(Bohun.) Ach so. Dann ist Herr Clandon noch nicht anwesend?
(Der Kellner kommt ängstlich durch die Fenstertür herein:) Verzeihen Sie, gnädige Frau, aber können Sie mir vielleicht sagen, was aus diesem—(Er erkennt Bohun und verliert seine ganze Selbstbeherrschung. Bohun wartet unbeweglich, bis sich der Kellner wieder gefaßt hat. Nachdem er eine rührende Verwirrung nur Schau getragen hat, rafft er sich soweit auf, Bohun mit schwacher, aber zusammenhängender Stimme anzusprechen:) Entschuldige… warst… warst du das?
(Bohun ohne Gewissensbisse:) Ich war es.
(Der Kellner gebrochen:) Ja. (Unfähig seine Tränen zurückzuhalten:)
*Du* mit einer falschen Nase, Walter! (Er sinkt fast ohnmächtig vor
dem Tisch in einen Stuhl.) Verzeihen Sie, gnädige Frau—ein kleiner
Schwindelanfall.
(Bohun befehlend:) Sie werden ihm verzeihen, Frau Clandon, wenn ich
Ihnen sage, daß er mein Vater ist.
(Der Kellner mit gebrochenem Herzen:) O nein, nein, Walter—dein Vater ein Kellner… und dazu noch die falsche Nase… was werden sie von dir denken!
(Frau Clandon geht zu William hin; dann in der liebenswürdigsten Weise: ) Ich bin entzückt, das zu hören, Herr Justizrat. Ihr Vater ist uns während der ganzen Zeit unseres Hierseins ein sehr guter Freund gewesen. (Bohun verneigt sich ernst.)
(Der Kellner den Kopf schüttelnd:) O nein, gnädige Frau! Sie sind zu gütig—sehr vornehm und gnädig, wahrhaftig! Aber ich fühle mich sehr verlegen, sobald ich nicht in meinem eigenen Tun und Lassen bin… Entschuldigen Sie, daß ich der Vater dieses Herrn bin. Es ist doch schließlich nur der Zufall der Geburt—nicht wahr, gnädige Frau? (Er erhebt sich, schwach:) Bitte, verzeihen Sie, daß ich Sie gestört habe. (Mit nach der Tür gerichteten Augen schleicht er von Stuhl zu Stuhl am Tisch entlang.)
(Bohun.) Einen Augenblick! (Der Kellner hält inne, sein Mut sinkt.) Nicht wahr, Frau Clandon, mein Vater war Zeuge dessen, was sich heute zugetragen hat?
(Frau Clandon.) Ich glaube, ja, größtenteils.