(Der Kellner mit einem Anflug von Melancholie; als wenn er sich an
eine durch die Zeit gelinderte Enttäuschung erinnerte:) Nein, gnädiger
Herr—andere Schranken, Gerichtsschranken. Ihr Gewerbe, Herr
Rechtsanwalt. Königlicher Anwalt.
(McComas verlegen:) Oh, entschuldigen Sie.
(Der Kellner.) Es hat nichts zu bedeuten, gnädiger Herr. Ein sehr begreiflicher Irrtum!—Ich habe schon manchmal gewünscht, es wäre ein Schenkkellner aus ihm geworden! Dann hätte er mir nicht halb so lange auf der Tasche gelegen. (Beiseite zu Dr. Valentine, der wieder etwas zu suchen scheint:) Hier ist das Salz, Herr Doktor.
(Fährt wieder fort:) Ja, ich mußte ihn bis zu seinem siebenunddreißigsten Jahr erhalten. Aber jetzt geht es ihm gut—recht zufriedenstellend, wirklich! Er plaidiert nicht unter fünfzig Guineen.
(McComas.) Das ist die Demokratie, McNaughtan, die moderne Demokratie!
(Der Kellner ruhig:) Nein, nicht die Demokratie, bloß Erziehung, gnädiger Herr—Stipendien, Cambridge, Sidney-Sussex Collegium, gnädiger Herr. (Dolly sieht ihn am Armel; er neigt sich zu ihr, und sie flüstert ihm etwas ins Ohr:) Ingwerbier im Steinkrug, gnädiges Fräulein? Sofort! (Zu McComas:) Für ihn war es ein Glück, er hatte nie Lust zu wirklicher Arbeit. (Er geht ins Hotel und läßt die Gesellschaft etwas übermannt von dem vornehmen Stande seines Sohnes zurück.)
(Dr. Valentine.) Wer von uns darf es wagen, diesem Manne noch einen
Befehl zu erteilen?
(Dolly.) Ich hoffe, er nimmt es mir nicht übel, daß ich ihn um
Ingwerbier geschickt habe.
(McNaughtan halsstarrig:) Solange er Kellner ist, ist Aufwarten sein Geschäft! Wenn ihr ihn behandelt hättet, wie ein Kellner behandelt werden soll, so würde er geschwiegen haben.
(Dolly.) Das wäre jammerschade gewesen! Vielleicht gibt er uns eine
Empfehlung an seinen Sohn, der könnte uns doch in die Londoner
Gesellschaft einführen.