(Philip.) Um ihn nach seinen Absichten zu fragen?… Was für eine
Verletzung der "Grundsätze des zwanzigsten Jahrhunderts"!
(Dolly.) Du hast ganz recht, Mama! Stelle ihn zur Rede. Schlage soviel du nur kannst aus dem neunzehnten Jahrhundert heraus, so lange es dauert.
(Philip.) Sch! er kommt!
(Dr. Valentine tritt ein:) Ich bedaure sehr, mich verspätet zu haben, Frau Clandon. (Sie ergreift die Teekanne:) Nein, ich danke, ich trinke niemals Tee. Fräulein Dolly und Phil haben Ihnen wohl schon erzählt, was mir passiert ist.
(Philip erhebt sich; wichtig:) Ja, Doktor, wir haben es Mama erzählt.
(Dolly erhebt sich gleichfalls; bedeutungsvoll:) Wir haben es Mama sehr genau erzählt.
(Philip.) Es war unsere Pflicht. (Sehr ernst:) Komm, Dolly! (Er bietet Dolly seinen Arm, die sich einhängt. Sie sehen Dr. Valentine mitleidig an und gehen Arm in Arm ernst hinaus. Dr. Valentine sieht ihnen verwirrt nach, dann blickt er Frau Clandon fragend, wie um eine Erklärung bittend an.)
(Frau Clandon erhebt sich und verläßt den Teetisch:) Wollen Sie gefälligst Platz nehmen, Herr Doktor. Ich möchte etwas mit Ihnen besprechen, wenn Sie erlauben. (Dr. Valentine setzt sich langsam auf die Ottamane nieder. Sein Gewissen prophezeit ihm eine schlimme Viertelstunde. Frau Clandon nimmt Philips Stuhl und setzt sich bedächtig in gemessener Entfernung.) Ich muß zunächst ein wenig Nachsicht für mich erbitten. Ich bin im Begriff, über einen Gegenstand zu sprechen, von dem ich sehr wenig, vielleicht gar nichts verstehe. Ich meine—Liebe.
(Dr. Valentine.) Liebe!
(Frau Clandon.) Ja, Liebe.—Oh, Sie brauchen nicht so beunruhigt dreinzuschauen, Herr Doktor—ich bin nicht in Sie verliebt.