(Dr. Valentine stöhnend:) Dieses Mannes—! (Er murmelt wieder:) Oh!…
(Frau Clandon mit gedämpfter Stimme:) Bitte, schweigen Sie, Herr
Doktor.
(Gloria fährt fort:)—aber ich bin wenigstens berechtigt, mit meiner Schande allein zu bleiben. Ich bin eins von jenen schwachen Geschöpfen, die geboren sind, um von dem erstbesten Mann, der ein Auge auf sie wirft, gemeistert zu werden, und ich muß mein Schicksal erfüllen. Erspare mir wenigstens die Demütigung deiner Rettungsversuche. (Sie setzt sich, das Taschentuch an den Augen, an das entferntere Ende des Tisches.)
(Dr. Valentine aufspringend:) Hören Sie mal—
(Frau Clandon.) Herr Dokt—
(Dr. Valentine unbekümmert:) Nein! Ich will sprechen! Ich habe nahezu dreißig Sekunden geschwiegen. (Er geht zu Gloria hin:) Fräulein Clandon—
(Gloria bitter:) Oh—nicht Fräulein Clandon—Sie wissen ja, daß man es sich ganz gut gestatten darf, mich Gloria zu nennen.
(Dr. Valentine.) Nein, ich will das nicht. Sie werden mir es nachher vorwerfen und mich der Mißachtung beschuldigen. Es ist eine herzzerreißende Lüge, daß ich Sie nicht achte. Es ist wahr, daß ich Ihren früheren Stolz nicht geachtet habe. Warum sollte ich es auch? Er war nichts als Feigheit. Ich habe Ihren Verstand nicht geachtet—davon besitze ich selbst etwas mehr; er ist eine männliche Spezialität. Aber als Sie mich in meinen Tiefen aufgewühlt hatten! —als mein großer Augenblick gekommen war!—als Sie mich tapfer machten!—ah, da, da, da!
(Gloria.) Da achteten Sie mich, meinen Sie.
(Dr. Valentine.) Nein, das nicht:—da betete ich Sie an! (Sie erhebt sich rasch und wendet ihm den Rücken zu.) Und diesen Augenblick werden Sie mir niemals nehmen können. So—nun ist mir einerlei, was geschieht! (Er geht auf und ab und stößt einen frohen Ausruf aus, mit dem er sich an niemand besonders wendet:) Ich weiß sehr gut, daß ich Unsinn rede—aber ich kann nicht anders. (Zu Frau Clandon:) Ich liebe Gloria—und damit basta!