24.
Heiligkeit des Sonnabends.
Wenn früher die Bergleute Samstag Abends in den Gruben der Kanderner Gegend arbeiteten, so kam stets das dortige Bergmännlein und verjagte sie.
25.
Scherben werden zu Goldstücken.
Ein Holzhauer von Egerten, welcher unweit der versunkenen Stadt Nebenau im Wald arbeitete, sah am Mittag ein Mädchen mit einem Korbe auf dem Kopfe herbeikommen. In der Meinung, es sey eine Bekannte, die ihren in der Nähe beschäftigten Leuten das Essen bringe, rief er ihr mit Namen, und sogleich ließ sie den Korb fallen und lief von dannen. Voll Verwunderung ging er zu dem Korbe, fand aber nichts, als zerbrochenes Porzellangeschirr. Von diesem steckte er für seine Kinder viele Stücklein ein, die, als er sie zu Hause herauszog, lauter Goldmünzen waren. Sogleich eilte er in den Wald, um die übrigen Scherben zu holen; allein dieselben waren nicht mehr vorhanden.
26.
Sitzenkirch.
Als die drei jungen Ritter von Kaltenbach in's Kloster gingen, fragte sie ihre Schwester, was sie nun machen solle. »Sitz in d'Kirch und bete!« erhielt sie von ihnen zur Antwort. Auf dieses stiftete das Fräulein im benachbarten Thale ein Frauenkloster und nahm darin den Schleier. Wegen der Rede ihrer Brüder gab sie dem Gotteshaus den Namen Sitzenkirch, der auch auf das Dorf, welches später dort entstanden, übergegangen ist.
27.