Eine leichte Federzeichnung mit dem Monogramm und der Jahrszahl 1510 hoch 8 Zoll 9 Linien, breit 6 Zoll 2 Linien zeigt den heiligen Augustinus stehend.

Ausgezeichnet ist ein mit dem Monogramm versehener leichter Federentwurf, hoch 7 Zoll 10 Linien, breit 12 Zoll, welcher fast nur in Umrissen den von verschiedenen Nationen und Ständen getragenen Erlöser darstellt.

Christus sitzt, als Mann der Schmerzen, umgeben von Maria und Johannes, auf dem Rande eines viereckten Brunnen-Beckens, unter einem geschweiften und verzierten Thronhimmel. An drei Seiten des Beckens sieht man Delphine, auf welchen musicirende Engel sitzen. Es wird durch zwei lange Tragstäbe auf den Schultern von 15 Männern getragen, von denen 7 vorn und 8 hinten gehen und welche verschiedene Nationen und Stände, jedoch mit Ausnahme des Wehrstandes, darstellen.

Ein fast lebensgroßer liegender Haase, von vorn gesehen, in Wasserfarben auf Pergament, hoch 13 Zoll, breit 9 Zoll 6 Linien, hat neben dem Monogramm die Jahrszahl 1528.

Ein nach rechts gewendeter Christuskopf mit der Dornenkrone, in einer Rankeneinfassung wie man solchen wiederholt von unserm Meister antrifft, ist hier auf grünem Grunde mit Gold gehöhet, und auf einem Täfelchen neben dem Monogramm mit 1510 bezeichnet.

Ein Blatt von präparirtem Papier aus einem der Skizzenbücher Dürer’s, hoch 7 Zoll 6 Linien, breit 5 Zoll 6 Linien, ist auf beiden Seiten mit je zwei sehr fein mit einem Metallstift gezeichneten Landschafts-Studien bedeckt, die eine davon ist leicht colorirt. Darüber stehen auf einer Seite undeutliche Inschriften und die Jahrszahl 1514. Auf der andern Seite liest man von Dürer’s Hand »Kaltemstall bei stuckart 1515«, wonach anzunehmen sein dürfte: daß Dürer die in diesem Jahre angetretene Reise nach Augsburg auch weiter ausgedehnt habe.

ad 6. Die Sammlung Dürer’scher Zeichnungen des verdienstvollen Joseph Heller ist dessen letztwilliger Verfügung zufolge, welche seinen ganzen Kunstnachlass der Stadt Bamberg überwies, gegenwärtig der dortigen Stadt-Bibliothek einverleibt und wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends, Jedermann zugänglich. Der frühere Besitzer hat dieselbe im 2. Band seines Lebens u.s.w. Albrecht Dürer’s pag. 19 bis 34 beschrieben.

Von besonderem Interesse ist darin die bedeutende Zahl der ausgeschnittenen Portrait-Skizzen, in Kohlen und Kreide, aus Dürer’s Skizzen-Büchern, welche vorher im Besitz des Herrn von Derschau in Nürnberg waren, und von denen mehr als 30 nach dem Tagebuche unsers Meisters, auf dessen Niederländischer Reise gezeichnet sind. Sonst ist mehreres Zweifelhafte unter den Blättern, von großer Schönheit indeß der auf Pergament in den glänzendsten Farben ausgeführte Flügel eines Vogels.

ad 7. Die von dem verstorbenen Senator Dr. Klugkist in Bremen mit dem regsten Kunsteifer und unter besonders glücklichen Umständen zusammengebrachte reiche Sammlung der Werke Albrecht Dürer’s hat derselbe seiner Vaterstadt vermacht, wo sie in der dortigen Kunsthalle verwahrt wird. Sie enthält an Dürer’schen Zeichnungen 33 Stück, welche früher der von Grünling’schen Sammlung in Wien angehörten und von Heller pag. 120 und folgende unter den Nummern 1, 2, 4, 6, 8, 10, 11, 12, 14, 16, 17, 18, 19, 20, 22, 23, 25, 27, 28, 31, 32, 35, 36, 39, 40, 41, 43, 44, 45, 46, 48, 49 und 50 beschrieben sind.

Nicht alle haben gleichen Werth, einige sind zweifelhaft, dagegen befinden sich auch darunter verschiedene ganz vortreffliche Blätter, sehr interessante Studien von Gewändern und Händen, sowie Landschafts-Skizzen nach der Natur von Dürer’s Reisen und die merkwürdige von Heller unter Nr. 28 aufgeführte Zeichnung, welche mit der Jahrszahl 1489 und noch nicht mit dem Monogramm, sondern den bei einander stehenden Buchstaben AD bezeichnet, einen höchst interessanten Blick in die frühesten Kunstleistungen unsers Künstlers thun läßt.