Ausser diesen Zeichnungen der von Grünling’schen Sammlung befinden sich noch folgende sehr beachtungswerthe Arbeiten Dürer’s in dieser Sammlung, als:
1. Brustbild des Cardinal-Churfürsten Albert von Mainz, Federzeichnung vom Jahre 1518, hoch 5 Zoll, breit 3 Zoll 9 Linien.
Es ist die Zeichnung, welche zu dem Kupferstiche B. Nr. 102 gedient hat, und die Schrift ist, um bequemer danach zu arbeiten, verkehrt geschrieben.
2. In einer Landschaft hält rechts ein Kaiser zu Pferde mit Gefolge, vor ihm kniet ein Mann, anscheinend ein Verbrecher, welcher nach der links auf einer Anhöhe sichtbaren Richtstätte geführt werden soll. Hinter ihm ist ein Soldat mit anderen nachfolgenden. Sehr reiche Federzeichnung, hoch 9 Zoll 6 Linien, breit 8 Zoll.
3. Männliche Figur auf beiden Seiten des Blattes gezeichnet zu dem Werke «der menschlichen Proportionen« mit Zahlen und Bezeichnungen, auch der Jahrszahl 1513 versehen, feine Federzeichnung, hoch 10 Zoll 4 Linien, breit 8 Zoll 9 Linien.
4. Eine leicht colorirte Zeichnung, welche einen Bauer und eine Bäuerin neben einander stehend darstellt. — Sie umfaßt ihn lachend von hinten und fühlt mit ihrer linken Hand in des Mannes Munde nach dessen Zähnen. Mit 1515 bezeichnet, hoch 11 Zoll, breit 6 Zoll 4 Linien.
5. Federskizze zu dem Holzschnitt der Tod der Maria in »unser Frauen Leben«, B. Nr. 93, hoch 11 Zoll, breit 8 Zoll, aus der Sammlung Esdale.
6. Federzeichnung, welche die heilige Catharina sitzend darstellt, neben ihr das Rad und die Jahrszahl 1526. Hoch 9 Zoll, breit 7 Zoll 3 Linien.
7. Ein Dampfbad voll Frauen und Kinder, unter welchen sich eine sehr dicke alte sitzende Frau sowohl durch ihre Häßlichkeit als einen wunderbaren runden Aufsatz des Kopfes auszeichnet.
Diese merkwürdige Federzeichnung, welche die Jahrszahl 1496 und noch die Buchstaben AD neben einander stehen hat, ist auffallend in ihren Beziehungen zu dem Holzschnitte des Bades, B. Nr. 128, und bestätigt meine Ansicht, daß dieser Holzschnitt zu den früheren unsers Meisters gezählt werden muß. Die Zeichnung ist mit besonders schwarzer Dinte gearbeitet und nicht ganz so fein, wie Dürer’s spätere Federzeichnungen, jedoch keineswegs roh. Sie mißt in der Höhe 8 Zoll 7 Linien, in der Breite 8 Zoll 5 Linien.