8. Ein nackter Mann und eine nackte Frau werden von dem Teufel umfaßt, am Boden liegt ein Kind. Der Mann ist dem Beschauer zugewendet und durch ein in der Hand haltendes Schild mit Spitze darunter (vgl. B. Nr. 66) als Krieger gekennzeichnet. Rechts an der Ecke sieht man einen Schweinskopf mit der Glocke unter dem Halse, — hoch 10 Zoll 9 Linien, breit 7 Zoll.

9. Ein Soldat, das Schwert an der Seite, die Lanze in der Hand. Federzeichnung, hoch 11 Zoll 8 Linien, breit 6 Zoll.

10. Eine Frau, welche vor einem Steinsockel kniet, Federzeichnung, hoch 6 Zoll, breit 4 Zoll.

11. Weiß gehöhete Kreidezeichnung auf roth grundirtem Papier, hoch 8 Zoll 6 Linien, breit 6 Zoll 11 Linien, aus den Sammlungen Greffier Fagel und Roscoe. Sie stellt einen jugendlichen weiblichen Kopf, von vorn gesehen, dar.

12. Die berühmte kleine leicht colorirte Zeichnung, früher in den Sammlungen Greffier Fagel, Roscoe und Esdale, welche in England für die letzte Zeichnung Dürer’s gehalten wurde.[77]

Sie ist nur 4 Zoll 5 Linien hoch und 4 Zoll breit, und stellt unsern Meister in ganzer Figur, nackt bis auf die Schamtheile, dar. Man sieht an der linken Seite des Unterleibes einen runden gelben Fleck, auf welchen er hinweist. Darüber steht mit Dürer’s Hand geschrieben:

»Do der gelb Fleck ist, und mit dem Finger darauff deut Do ist mie weh.«

Auf der Rückseite dieses Blättchens befindet sich eine alte holländische Inschrift mit einer englischen Uebersetzung darunter, welche besagt, daß da Dürer an der Pest gestorben sei, dieses wahrscheinlich die letzte Zeichnung von ihm wäre. Beides ist unbegründet, doch schreibt Dürer in seinem Tagebuche von der Reise nach den Niederlanden,[78] daß ihm zu Antwerpen in der dritten Woche nach Ostern 1521 »eine wunderliche Krankheit überkam, von deren ich nie von keinem Man gehört, und diese Krankheit hob ich noch.«

Da er sich hier mit langem Haar und Bart abgebildet hat, wie er solche auf jener Reise getragen, so wird sich diese Zeichnung wahrscheinlich auf die erwähnte Krankheit beziehen und möchte er sie wohl angefertigt haben, um einen entfernten Arzt in Rath zu nehmen.

ad 8. Die Königlich Sächsische Bibliothek im Japanischen Palais zu Dresden bewahrt einen Schatz Dürer’scher Zeichnungen, welcher bisher fast ganz unbekannt geblieben ist.[79] Sie sind dem dort befindlichen Manuscripte Dürer’s von dem ersten Buche seiner »vier Bücher von menschlicher Proportion« nebst den dazu gehörigen Federzeichnungen, angebunden. Dieses Manuscript befindet sich in einem Foliobande in braunem Leder, der früher dem Grafen Brühl gehörte und Anno 1730 von dem Magister Nägelein in Nürnberg gekauft war.[80]