Diese schönen Blätter sind besonders häufig abgezogen und finden sich fast in allen Sammlungen Dürer’scher Drucke, oft in mehreren Exemplaren. Höchst sparsam sind aber recht volle, kräftige Abdrücke, noch seltner alle fünf Blätter von ganz gleicher Güte, welches durch die Verschiedenheit der Jahre, in welchen Dürer sie arbeitete, erklärlich wird.
Die Folge in der Sammlung des Städel’schen Instituts in Frankfurt a.M. ist in dieser Beziehung wohl eine der schönsten.
St. Thomas und St. Paulus, welche im Jahre 1514 gestochen wurden, findet man bei sehr kräftigen Drucken auf einem sehr festen, der Masse und der Entfernung der Drathstriche nach, auf das Wasserzeichen der hohen Krone deutendem Papiere. Bei den im Jahre 1523 gestochenen St. Bartholomaeus und St. Simon, so wie bei dem St. Philipp vom Jahre 1526 ist das Papier feiner, mit Entfernung der Drathstriche von 12¾ bis 13¼ Linien, dem vorherrschenden Papiere dieser Periode mit dem Wasserzeichen des Kruges entsprechend. Das gleiche Papier kömmt auch häufig bei allen fünf Blättern vor.
Ein Wasserzeichen in einem der Abdrücke zu entdecken hat mir, ungeachtet der außerordentlich großen Zahl deshalb geprüfter Blätter, bisher nicht gelingen wollen.
B. 51 und 52. Der heilige Christoph mit umgewandten Kopf, und derselbe Heilige mit dem Christus-Kinde, beide vom Jahre 1521.
Mit Recht beliebt und viel verbreitet sind diese ersten Stiche unsere Meisters nach seiner Rückkehr von der Niederländischen Reise. Man erkennt darin, daß diese, und namentlich die nähere Bekanntschaft mit den Arbeiten des Lucas und Leyden, nicht ohne Einfluß auf Dürer’s Handhabung des Grabstichels geblieben ist.
Vasari nennt diese Blättchen sehr schön (bellissimi), und lobt vorzüglich die Grabstichelführung in allen Theilen, besonders den gelockten Haaren.
Wie bei allen Stichen, welche der letzten Periode unsers Meisters angehören, zeichnen sich die alten schönen Abdrücke mehr durch Weichheit und Harmonie, als durch tiefe Kraft der Farbe aus. Beide Blätter sind nicht selten und bei den guten Abdrücken findet man das feine Papier mit 12¾ bis 13¼ Linien Abstand der Drathstriche, welches auf das Wasserzeichen des Kruges schließen läßt.
B. 53. St. Georg zu Fuss.
Von diesem, anscheinend im Jahre 1508, gleichzeitig mit dem folgenden, gearbeiteten Blatte, kommen einzelne ganz besonders kräftige und schöne Abdrücke vor, deren Papier das Wasserzeichen des Ochsenkopfes hat; doch auch auf Papier mit der hohen Krone findet man noch recht frische Drucke, und selbst bei den bläßeren trifft man noch sehr gutes Papier mit 13¾ Linien Abstand der Drathstriche.