Ich glaube übrigens, daß Heller sich irrt, wenn er die Abdrücke mit der Jahrszahl für die ältern hält. Die schönsten Drucke, auch auf den besten Papieren, mit 13¼ Linien Zwischenraum der Drathstriche, habe ich ohne die Jahrszahl gesehen, zwar auch recht reine und scharfe mit derselben, doch hatten die stumpfesten, welche mir auf den späteren Papieren vorgekommen sind, die Jahrszahl.
B. 114. Der heilige Hieronymus in der Zelle. 1511.
Ein schöner und sehr beliebter Holzschnitt, von dem die ersten Abdrücke im Papier das Wasserzeichen des Ochsenkopfes mit Kreuz und Blume, Nr. 20, haben. Andere vortreffliche Abdrücke trifft man auf einem sehr festen Papier mit 12 Linien Abstand der Drathstriche.
B. 115. Der heilige Hieronymus knieend in einer Landschaft.
Dieses, auch der kleine Hieronymus genannte Blättchen, ist einer der seltensten Holzschnitte des Dürer’schen Werkes, es ist rund und sehr klar von Schnitt. — Das Original — es existirt davon eine neue sehr täuschende Copie von Kappes — hat ein festes Papier mit 12 Linien Entfernung der Drathstriche.
B. 116. Die acht Schutzheiligen von Oesterreich.
Anfangs hatte Dürer nur sechs Heilige dargestellt und die Abdrücke dieses Holzstocks auf Papier mit der hohen Krone sind eben so ausgezeichnet durch ihre Schärfe als selten. Im Jahre 1517 waren indeß die beiden letzten Heiligen zur rechten Seite, S t. Poppo und S t. Otto, bereits hinzugefügt und man findet die alten reinen Abdrücke dieser acht Heiligen mit einem lateinischen Gedichte des Johann Stabius, welches die Ueberschrift hat:
Ad sanctos Austriae Patronos Joann Stabii AVPrecatio.
Das Gedicht ist in drei Columnen gedruckt, zu zweimal 16 und einmal 14 Reihen, unter den letztern steht die Jahrszahl MDXVII.[41]
Die späteren Abdrücke sind fast immer schon mehr oder minder stumpf. Der Holzstock ist noch vorhanden und Abdrücke davon befinden sich in der von Derschau’schen Sammlung.