Der doppelte Reichsadler mit einem Thurm, Nr. 17. Entfernung der Drathstriche 12 Linien.

Das Wahrzeichen von Augsburg, der Kelch mit dem Tannzapfen (Zirbel-Nuss), Nr. 18. Abstand der Drathstriche 16 Linien.

Auch auf diesen Papieren findet man ab und an einen guten Abdruck, doch nur von einzelnen bis dahin weniger abgenutzten Platten. Einen Vergleich mit früheren frischen Abdrücken halten sie indeß nicht aus.

Die Bestimmung der Papier-Sorte des einzelnen Abdrucks bietet übrigens oft große Schwierigkeiten dar, denn in der bei weitem größeren Zahl der in den Sammlungen vorhandenen Dürer’schen Blätter ist das Wasserzeichen nicht zu sehen.

Ungeachtet der eifrigst darauf verwendeten Sorgfalt ist es mir bis jetzt bei 23 Dürer’schen Blättern nicht gelungen, ein Wasserzeichen aufzufinden, und in den vollständigsten der mir zugänglich gewesenen Sammlungen beträgt die Zahl der Abdrücke mit sichtbarem Wasserzeichen, die kleine Passion ausgenommen, nicht über Siebenunddreissig.

Wo aber das Wasserzeichen nicht sichtbar ist, entstehen große Ungewißheiten dadurch: daß die sonstigen Kennzeichen des Papiers, die Entfernung der Drathstriche und das innere Gewebe theils nicht gleich sind, theils nicht immer wahrgenommen werden können.

Bei diesen alten Papieren kömmt es vor: daß auf einzelnen Bogen die Drathstriche um 1 bis 3 Linien im Abstande verschieden, auch durch die stärkere oder geringere Anfeuchtung behuf des Drucks verändert sind; das Gewebe des Papiers aber ist durch das nur zu häufige Waschen und Bleichen der Abdrücke, oder durch scharfes Pressen, oft bis zur Unkenntlichkeit entstellt.

Daß aber in den Abdrücken so häufig kein Wasserzeichen vorhanden ist, erklärt sich daraus: daß von manchen Platten zwei, von den meisten vier auf einen Bogen gedruckt wurden. Dürer selbst unterscheidet in seinem Tagebuche der Niederländischen Reise die »Ganz Pögen,« »Halb Pögen« und »Viertels Pögen«. — Von ersteren war ein ganzer Bogen zu einem Abdruck erforderlich, und auf den großen Blättern findet man daher, besonders wenn sie auf Ochsenkopf-Papier gedruckt sind, in der Regel das ganze Wasserzeichen.

Bei den »Halb Pögen« konnte nur ein Abdruck von zweien das Wasserzeichen erhalten, bei den »Viertels Pögen« blieben aber jedesmal zwei Abdrücke ohne Zeichen, und zwei erhielten nur einen Theil davon, wobei das Meiste auf die Papierränder von ansehnlicher Breite fiel und mit diesen fast allgemein verloren gegangen ist.

Man sieht daher bei den kleineren Blättern, wenn sie keinen breiten Papierrand haben, vom Ochsenkopf höchstens die obere Blume oder die untere dreieckige Spitze, von der hohen Krone den Stirnreif oder das Kreuz.