Die schwarzen Abdrücke, Nr. 9, haben dieselben bei der vorstehenden Gattung bemerkten Fehlstellen des Holzstocks, aber ausserdem die Spuren kleiner Wurmlöcher an dem untern Schilde des Halses und eines größeren am linken Vorderbeine, ihr Papier hat einen Abstand der Drathstriche von nur 10½ Linien.

Ob übrigens die von mir bei den Abdrucks-Gattungen 2 bis 5 angenommene Priorität die völlig richtige ist, muß ich dahin gestellt sein lassen; da es mir nicht möglich gewesen ist, Abdrücke dieser vier Gattungen zu genauer Vergleichung neben einander zu haben. Die von mir beobachtete Reihenfolge ist wesentlich auf den Abweichungen der Schreibart in den Ueberschriften begründet und es ist daher immerhin möglich, daß ein von mir später bemerkter Abdruck früher als ein vor ihm stehender genommen ist. Die kleinen Beschädigungen durch den Sprung des Holzstocks sind ausserdem nicht bei allen Abdrücken derselben Gattung ganz gleich, so liegt mir von der häufiger vorkommenden Nr. 5, bei welcher man diesen Sprung in der Regel besonders bemerkt, ein Abdruck vor, auf dem derselbe kaum wahrzunehmen ist, wogegen sich in der Privatsammlung des verstorbenen Königs von Sachsen in Dresden ein Abdruck von Nr. 1 befindet, bei welchem der Riß bereits sichtbar ist.[47]

B. 137. Die Belagerung einer Stadt. 1527.
In zwei Blättern.

Dieser nicht sehr häufige Holzschnitt bei Heller[48] wohl über Gebühr gepriesen, von v. Rumohr[49] und Nagler[50] dagegen zu gering geschätzt, ist zwar augenscheinlich nicht von Dürer’s Hand geschnitten, doch liegt demselben ohne Zweifel eine Zeichnung desselben zum Grunde.

Will man auch nicht die Meinung einiger Sammler theilen, welche diese Blätter als zu dem im Jahre 1527 gedruckten Werke Dürer’s

»Etliche underricht, zu befestigung der Stett, Schloß und flecken«

gehörig, bezeichnen, so stehen sie doch zu demselben in der genauesten Beziehung, indem sie es anschaulich machen: wie eine nach den Vorschriften jenes Unterrichts befestigte Stadt belagert und vertheidigt werden kann.

Mit der auf dem 2. Blatte über dem Monogramm stehenden Jahrszahl 1527 stimmen die in den Papieren der ersten Abdrücke vorkommenden Wasserzeichen der kleinen hohen Krone, Nr. 36, und des stehenden Hundes, Nr. 35, überein, welche sich ebenfalls in den Papieren der zu dem vorbezeichneten Werke gehörenden Holzschnitte befinden. — Spätere Abdrücke haben das Wasserzeichen einer hohen Hand mit Stern darüber, oder des Reichsadlers, sind auch zum Theil nicht frei von Spuren des Wurmfraßes in den Holzstöcken.

B. 138. Der Triumphbogen des Kaisers Maximilian.

Ueber dieses große Werk finden sich ausführliche Nachrichten bei Bartsch, Heller und Nagler. Ich kann denselben nur hinzufügen: daß sich ausser den von diesen angeführten Exemplaren, ein vortreffliches alt illuminirtes und auf Leinwand gezogenes auf der Bibliothek in Wolfenbüttel befindet, welches leider theilweise beschädigt ist[51] und daß die Königliche Kupferstich-Sammlung in Stuttgart einen vollständigen alten Abdruck in einzelnen Blättern besitzt, welcher in den durch das Aufkleben der »Porten des Lobes« und der »Porten des Adels« bewirkten Correkturen mit denjenigen beiden Exemplaren übereinstimmt, welche die vortreffliche Königliche Kupferstich-Sammlung in Copenhagen zieren.[52]