Sowohl das Exemplar in Stuttgart als die in Copenhagen haben ein sehr festes Papier mit dem Wasserzeichen des großen Reichsadlers mit Krone, welches auf einen erst nach Dürer’s Tode stattgefundenen Abdruck schließen läßt. In Copenhagen konnte ich die Drathrippen nicht unterscheiden, in Stuttgart betrug die Entfernung derselben 16½ Linien, übrigens muß das hier aufbewahrte Exemplar später gedruckt sein, wie die Copenhagener, da einzelne Stöcke schon Sprünge zeigen, welche hier nicht bemerkbar sind.

Nach meiner Ansicht dürfte es trotz der neueren umfassenden Untersuchungen des Herrn Dr. H. Glax[53] doch sehr schwierig sein, mit einiger Sicherheit die Priorität der verschiedenen alten Abdrücke zu bestimmen.

Aeltere Abdrücke von einzelnen Holzstöcken dieses Werks, namentlich der Schlachten, finden sich in verschiedenen Sammlungen, zuweilen sehr schön auf Papier mit dem Wasserzeichen des Ochsenkopfes mit Kreuz und Blume, oder dem Oval mit Kreuz, Nr. 34, jedoch etwas größer, sie sind übrigens durch ihre Reinheit und Schärfe leicht von denen der spätesten von Bartsch veranstalteten Ausgabe zu unterscheiden.

B. 139. Der Triumphwagen des Kaisers Maximilian.

Die erste Ausgabe dieses vortrefflich von Dürer gezeichneten, von Hieronymus Resch geschnittenen Kunstwerks, aus 8 Blättern bestehend, ist ausserordentlich selten und fehlt vielen der berühmtesten Sammlungen. Sie ist mit ganz deutschem Text auf den 6 letzten Blättern und nicht wie Bartsch bei der ersten Ausgabe angiebt, auch mit Lateinischem Text auf dem 3. und 8. Blatte. Auch die Schreibart ist altertümlicher, als sie Bartsch und Heller angeben. Sie fängt auf dem 3. Blatte an:

»Diser nachverzeychenter Eren oder Triumph wagen, ist dem allerdurchleuchtigisten Großmechtigisten Herrn wey‑ | lund Keyser Maximilian, hochlöblicher gedechtnuß vnserem allergnedigisten Hern zü sonderen eren erfunden vnnd | verordent, vnnd zü vnterthenigem gefallen dem großmechtigisten yetz Regierenten Keyser Karolo etc. durch Albrecht | Dürer daselbst in das werck gepracht.«

und endigt auf dem 8. Blatt:

»Diser wagen ist zu Nürmberg erfundē | gerißsen vnnd gedruckt durch Albrechten | Thürer | im jar

M. D. xxjj.

Cum Gratia et Privilegio Cesaree Maiestatis.