ad 13. Das Königliche Kupferstich-Cabinet in München hat mehrere Zeichnungen Dürer’s, namentlich

1. Die Federzeichnung zu dem Holzschnitt, B. 2, Simson mit dem Löwen, 10 Zoll hoch, 8 Zoll 9 Linien breit.

Der Löwe ist sehr schön, die Zeichnung, ein Bruchstück, nicht frei von Einzeichnung fremder Hand.

2. Ein schöner männlicher Portraitkopf in Kreide, hoch 12 Zoll 6 Linien, breit 10 Zoll 6 Linien.

3. Ein von vorn gesehener Engelskopf auf grün grundirtem Papier, weiß gehöhet, mit dem Monogramm und der Jahrszahl 1508, hoch 9 Zoll 9 Linien, breit 7 Zoll 2 Linien.

ad 14. Das Kupferstich-Cabinet zu Dresden bewahrt an Zeichnungen unsere Meisters, welche besondere Berücksichtigung verdienen:

1. Die Jungfrau mit dem Kinde in einer Landschaft vor Gebäuden sitzend, vier spielende Engel vor ihr, auf braunem Grunde mit der Feder gezeichnet und auf das Sauberste mit Gold gehöhet, vom Jahre 1509, etwa in der Größe der von Egidius Sadeler gestochenen Maria mit der Eule.

Diese Zeichnung wurde, von Alters her, auf Holz geklebt, unter Glas und Rahmen aufbewahrt; doch ist, da der in dem Holze entstandene Wurmfraß dieses kostbare Kunstwerk zu zerstören anfing, durch die Vorsorge des Directors Professor Grüner das Holz dahinter entfernt, und die Zeichnung gegenwärtig in dem Schaukasten des Handzeichnungs-Cabinets ausgelegt.

Einige scharfe Kenner wollen zwar neuerdings an der Originalität dieser — der Ueberlieferung nach — von Dürer für einen der Herzöge von Sachsen besonders gearbeiteten Zeichnung zweifeln, doch kann ich diese Ansicht nicht theilen, möchte vielmehr den dafür angeführten Mangel an einer gewissen Freiheit der Behandlung, im Vergleich mit mancher anderen flüchtigen Federzeichnung des Meisters, durch die ungemein sorgfältige Ausführung begründet finden, da man Aehnliches manchmal bei den besonders ausgeführten Zeichnungen und Gemälden Dürer’s wahrnimmt.

2. Eine sehr schöne Federzeichnung auf weißem Papier vom Jahre 1510. Links ist Christus am Kreuze, in der Mitte Christus als Schmerzensmann stehend, und rechts ein knieender Ritter in voller Rüstung dargestellt, dessen Helm vor ihm am Boden liegt.