Der größere Theil der schönen Abdrücke ist auf Papier mit der hohen Krone, doch habe ich auch einzelne auf Ochsenkopf-Papier angetroffen.

B. 21. Der Mann der Schmerzen mit gebundenen Händen. 1512.

Dieses, durch den tiefen leidensvollen Ausdruck höchst ergreifende, mit der kalten Nadel gearbeitete, oder geritzte[8] Blatt, ist in schönen Abdrücken höchst selten und kommt in voller Kraft und Wärme nur in sehr wenigen Sammlungen vor. Die besseren Abdrücke sind auf Papier mit dem Wasserzeichen des Ochsenkopfes, die späteren werden zuletzt, fast bis zur Unkenntlichkeit, matt.

B. 22. Der Mann der Schmerzen sitzend. 1515.

In ersten, ganz reinen Drucken gehört diese Radirung zu den größten Seltenheiten, ist dann aber so schön, wie eine Federzeichnung Dürer’s.

Ein solches Exemplar wird dem Herrn Dr. Nagler nicht vorgelegen haben, wenn er, im dritten Hefte seiner Monogrammisten, pag. 158 und 159, dieses Blatt, verglichen mit der mit dem Monogramm und der Jahreszahl 1510 bezeichneten Copie, für eine Nachbildung, jene aber für das Original zu halten geneigt ist. Eine Vergleichung guter Abdrücke von beiden läßt, meines Erachtens, an der Ursprünglichkeit der mit der Jahreszahl 1515 bezeichneten Radirung durchaus nicht zweifeln, auch stimmt hiermit überein: daß Dürer erst nach seiner im Jahre 1515 nach Augsburg unternommenen Reise die Aetzkunst ausgeübt hat[9]. Die ersten Abdrücke dieser Platte sind auf sehr festem Papier, dessen Drahtstriche eine Entfernung von 13¼ bis 13½ Linien haben.

Auch von diesem Blatte, wie von der vorher bezeichneten Copie, giebt es zahlreiche spätere Abdrücke mit Rostflecken und Schmutz.

B. 23. Die Kreuzigung oder der Degenknopf.

Von den kleinen eminent seltnen Kupferstichen Dürer’s kommt dieses berühmteste seiner Blätter noch am ersten, auch in Privat-Sammlungen, vor.