B. 62. Der kleine runde heilige Hieronymus.

Eines der seltensten Blättchen Dürers, mit vollem Recht zu den Introuvables gezählt. Bekannt sind mir davon nur 5 Abdrücke, in der Pariser Sammlung, in dem Museo zu Amsterdam, in den Sammlungen des Erzherzogs Albrecht in Wien, der Königin Marie in Dresden und der Kunsthalle zu Bremen, letzteres aus dem Dr. Klugkistschen Vermächtniß, früher in der Sammlung des Herzogs von Buckingham.

Die Abdrücke sind besonders schwarz, der in Bremen ist indeß etwas klarer. Die Behandlung des Grabstichels ist übrigens bei weitem nicht so einfach, rein und schön, als bei dem Degenknopf, dieselbe hat im Gegentheil etwas Rauhes und gleicht fast einem Holzschnitte. Auffallend ist auch die wunderbare Lage des Löwenschweifes.

Das Blättchen hat kein Monogramm und man kann sich, bei genauer Betrachtung des Zweifels nicht erwehren: ob dasselbe wirklich von Dürer gestochen sei? Der kleine heilige Hieronymus in Holzschnitt, B. 115, ist ohne Frage weit schöner.

Da diese wenigen erwähnten Abdrücke unterklebt oder fest aufgelegt sind, so habe ich über die Papiere derselben mir keine Aufklärung verschaffen können.

B. 63. Die heilige Genovefa.

Die Abdrücke von dieser Platte findet man sehr kräftig und schön, jedoch nur selten vollkommen klar und rein. Selbst die frühesten auf Papier mit dem Ochsenkopfe sind zuweilen zu trocken oder zu fett in Farbe.

Andere Abdrücke haben Papier mit dem Wasserzeichen der großen Thürme unten mit einer Spitze, Nr. 14.

B. 64. Die heilige Veronica. 1510.