Sie sind indeß ungleich seltner wie ähnliche Abdrücke von dem Leben der Jungfrau und es scheint: daß solche erst nach Vollendung der vier im Jahre 1510 geschnittenen Blätter, B. Nr. 5, 7, 14 und 15, also kurz vor der Edition mit Text, abgezogen sind.
Das dazu verwandte Papier hat in der Regel übereinstimmend mit den wenigen gleichzeitigen Probedrucken der Apocalypse vor dem Text von 1511 das Wasserzeichen des großen Reichsapfels mit Strich und Stern, Nr. 24, doch trifft man, wie wohl selten, auch einzelne Abdrücke auf Papier mit dem Wasserzeichen des Ochsenkopfes oder der hohen Krone.
Bei einigen reinen Abdrücken, welche von den Liebhabern für Abdrücke dieses Ersten Etats gehalten werden, findet man Papier mit dem Wasserzeichen des doppelten A, Nr 39, mit 15½ Linien Entfernung der Drathstriche, doch habe ich auch entschieden spätere Drucke mit diesem, sonst schon bei alten Nürnberger Drucken vom Jahr 1502 vorkommenden Wasserzeichen gefunden, denn namentlich bei der Höllenfahrt, B. 14, war unter dem Gewande des Christus, am Boden 3½ Zoll von der linken Einfassungslinie entfernt, die Spur eines feinen Sprunges des Holzstocks sichtbar, von dem auf den Abdrücken mit Text noch nicht das geringste zu bemerken ist.
Bei den Abdrücken des Ersten Etats kommen die 11 Blätter, B. 5 bis 15, gleichmäßig vor, der Titel aber, B. 4, ist, wenn er sich dabei befindet, häufig minder schön, sogar bei dem ausgezeichneten Exemplar in der Sammlung des Erzherzogs Albrecht in Wien und demjenigen in der Königl. Kupferstichsammlung zu Berlin. Er ist, soweit ich zu bemerken Gelegenheit gehabt habe, immer auf einem von dem andern abweichenden Papiere gedruckt, dessen Masse, mit 13¾ Linien Abstand der Drathstriche, von weit geringerer Güte ist.
Es scheint dieses zu beweisen: daß auch zu diesem Titel der vortreffliche Holzstock erst für den Druck geschnitten wurde.
Daß er nach Vollendung des Drucks mit Text sehr bald abhanden gekommen sein muß, beweist die Seltenheit seiner Abdrücke, und daß er bei allen später veranstalteten Editionen dieser Passion fehlt.
Von den Abdrücken ohne Text, welche erst nach der Edition vom Jahre 1511 dem Zweiten Etat genommen sind und daher als Dritter Etat bezeichnet werden müssen, giebt es wenige, denen man die spätere Periode nicht auf den ersten Blick ansehen könnte.
Die bessern davon sind unstreitig die vorhin bezeichneten Abdrücke mit dem Wasserzeichen des doppelten A, Nr. 39, im Papier, fast gleich gute haben ein verziertes K, Nr. 40, mit 12½ Linien Abstand. Bei den späteren Abdrücken werden Risse, denen diese großen Holzstöcke besonders ausgesetzt gewesen sind, immer sichtbarer. Solche findet man auf Papieren mit dem Wasserzeichen eines großen bekrönten Reichsadlers, mit Entfernung der Drathstriche von 14¼ Linien, oder eines verzierten P, Nr. 48, mit 13¾ Linien Abstand, auch einer Schlange, Nr. 47, mit 12 und 12½ Linien Entfernung der Drathstriche.
Spätere Editionen der 11 Holzschnitte ohne Text und mit einem gedruckten Titel sind veranstaltet: im Jahre 1675 durch Koppmayer in Augsburg,[31] so wie im Jahre 1680 in Ulm, doch sind die Abdrücke dieser letzten Ausgabe sehr unrein und schmutzig.