Abdrücke eines dritten Etats ohne Text aber später als der Druck des Textes sind häufig. Die besseren davon haben ein festes stark geripptes Papier, mit 14 Linien Abstand der Drathstriche. Es giebt auch vollständige Folgen aller 36 Blätter von B. 17 bis 52, auf einem weichen Papier, welches das Wasserzeichen der kleinen hohen Krone, Nr. 36, hat, die aber sowohl dieses Papiers wegen, das zuerst 1527 bei Drucken Dürer’scher Werke und bei dem Holzschnitt, B. 137, vorkommt, als auch wegen Mangel an durchgängiger Schärfe und Reinheit des Drucks, erst nach Dürer’s Tode abgezogen sein werden.[34] Andere geringere Abdrücke haben ein gelbliches sehr weiches Papier, dessen Drathstriche sich schwer wahrnehmen lassen.

Ueberhaupt ist eine Classification der verschiedenen Abdrucks-Gattungen dieser späteren Etats viel schwieriger als bei dem Leben der Jungfrau, da bei diesen kleineren Blättern nur ausnahmsweise Spuren von Wasserzeichen zu entdecken sind.

Die lange beisammen gebliebenen 36 Holzstöcke sind bekanntlich später nach Venedig gewandert, wo Daniel Bissuccio im Jahre 1612 davon eine Ausgabe mit italienischen Gedichten des Mauritio Mero veranstaltete. Der Titel dieser höchst seltenen Ausgabe[35] ist bei Heller, pag. 604, richtig angegeben, das auf demselben befindliche Brustbild Dürer’s ist eine mittelmäßige verkleinerte Copie des Portraits von Peter Myriginus, Heller Nr. 73. Es ist rund, 1½ Zoll im Durchmesser und hat die Umschrift:

Imago Alberti Dureri 1553
Aetatis suae LVI.

Das Buch, dessen auf besonders festen stark gerippten, mit dem Wasserzeichen des Ankers im Kreise versehenen Papier, gedruckte Blätter 7¼ Zoll hoch und 5¼ Zoll breit sind, enthält complet — nicht wie Heller anführt — 40 sondern 42 Blätter mit den Custoden A bis L.

Die Holzschnitte folgen wie bei der Ausgabe mit lateinischem Text, doch kommt der Holzschnitt B. 31, Christus wird vor Pilatus geführt, zweimal vor, das zweitemal zwischen B. 32 und 33.

Die Holzstöcke sind bei dieser Italienischen Ausgabe von den Druckern, in Beziehung auf das Schwärzen, höchst nachlässig behandelt, daher ist sie sehr ungleich von Druck, jedoch zeigen die Stöcke im Allgemeinen noch eine sehr gute Erhaltung.[36] Der größte Theil derselben ist späterhin nach England gekommen und befindet sich im British Museum, wodurch die neueste Ausgabe dieser Passion durch Henry Cole, London 1844, veranlaßt ist, bei welcher der Abdruck mit, von den Originalholzschnitten genommenen galvanoplastischen Abformungen, und Ergänzung der fehlenden, namentlich des Titels B. 16, gemacht wurde.

Die übrigen Holzschnitte Dürer’s.

Bei den folgenden Bemerkungen über die einzelnen Holzschnitte unsers Meisters habe ich, wie bei den Kupferstichen, die von Bartsch beobachtete Reihenfolge beibehalten, ohne auf die wahrscheinliche oder durch die Jahrszahlen dargethane Priorität ihrer Vollendung weitere Rücksicht zu nehmen.