Nicht sehr häufig sind die ersten Drucke mit vier Strichlein in der Schüssel am Boden. Man findet sie auf Papieren mit dem Wasserzeichen der hohen Krone, Nr. 21, des Ankers im Kreise, Nr. 30, auch des Ochsenkopfes mit dem Caducaeus, Nr. 31. Die sogenannten zweiten Drucke mit fünf Strichlein halte ich für Copien, sie kommen auf Papier mit dem verzierten P, Nr. 48, vor, die Abdrücke haben häufig Fehlstellen, auch in der Mitte den Ansatz zu einem Sprunge.
B. 54. Christus im Oelgarten.
Es scheint ein Versuch für die kleine Passion zu sein, welcher unsern Meister nicht befriedigt hat und durch den Holzschnitt B. 26 so schön ersetzt ist. Die hier ausgeführte Idee, unsern Heiland im Gebet auf dem Erdboden ausgestreckt so darzustellen, daß er wie im Vorgefühl seines Leidens mit seinem Körper und den ausgebreiteten Armen die Form des Kreuzes beschreibt, ist späterhin von Dürer in einer ausserordentlich schönen Federzeichnung vom Jahr 1521, welche sich in der Sammlung des Städel’schen Instituts in Frankfurt a.M. befindet, auf das glücklichste zur Lösung gekommen.[37]
Der Holzschnitt ist in ganz scharfen reinen Abdrücken sehr selten, gewöhnlich ist er roh im Druck. Die alten haben ein festes Papier mit Entfernung der Drathstriche von 13¼ Linien.
B. 55. Christus am Kreuz. 1510.
Von diesem durch Einfachheit des Schnitts ausgezeichneten Blatte, welches, als fliegendes Blatt, auf den alten Abdrücken mit einer zweizeiligen Ueberschrift und einem Gedicht in acht Absätzen von je zehn Zeilen versehen ist, giebt es zwei Abdrucks-Gattungen.
Die erste, welche in Ueberschrift und Versen genau mit der Angabe Hellers, 2. Bd., pag. 613 bis 616, übereinstimmt, hat Papier mit dem Wasserzeichen der hohen Krone, Nr. 21.
Die zweiten Abdrücke haben im Papier das Wasserzeichen der liegenden Urne, Nr. 25a, mit 12 bis 12½ Linien Entfernung der Drathstriche. Sie sind ausserdem daran kenntlich, daß in der Ueberschrift statt
»Das sind die syben Tagezeyt«
»Darin Christus auff erden leyt«
zu lesen ist: