Die erste Ausgabe dieses vortrefflich von Dürer gezeichneten, von Hieronymus Resch geschnittenen Kunstwerks, aus 8 Blättern bestehend, ist ausserordentlich selten und fehlt vielen der berühmtesten Sammlungen. Sie ist mit ganz deutschem Text auf den 6 letzten Blättern und nicht wie Bartsch bei der ersten Ausgabe angiebt, auch mit Lateinischem Text auf dem 3. und 8. Blatte. Auch die Schreibart ist altertümlicher, als sie Bartsch und Heller angeben. Sie fängt auf dem 3. Blatte an:
»Diser nachverzeychenter Eren oder Triumph wagen, ist dem allerdurchleuchtigisten Großmechtigisten Herrn wey‑ | lund Keyser Maximilian, hochlöblicher gedechtnuß vnserem allergnedigisten Hern zü sonderen eren erfunden vnnd | verordent, vnnd zü vnterthenigem gefallen dem großmechtigisten yetz Regierenten Keyser Karolo etc. durch Albrecht | Dürer daselbst in das werck gepracht.«
und endigt auf dem 8. Blatt:
»Diser wagen ist zu Nürmberg erfundē | gerißsen vnnd gedruckt durch Albrechten | Thürer | im jar
M. D. xxjj.
Cum Gratia et Privilegio Cesaree Maiestatis.
Schorn[54] nimmt zwar an, daß es noch eine frühere Ausgabe ohne dieses Privilegium gäbe, weil Bartsch und Heller desselben nicht erwähnen, ich halte dieses aber für eine Auslassung des Bartsch, welche Heller, wie gewöhnlich ohne eigne Untersuchung, nachgeschrieben hat. Ich habe nie einen Abdruck, weder mit deutschem noch lateinischem Texte, ohne dieses Privilegium gesehen, auch hatte Albrecht Dürer ja bereits im Jahre 1511 ein Kaiserliches Privilegium für die von ihm herausgegebenen Werke erhalten.
Die erste Ausgabe, von eben so scharfem als kräftigem Druck, welche auf den ersten sieben Blättern unten die großen lateinischen Buchstaben A bis G auf dem achten aber ein großes Gothisches H als Signatur hat, ist auf einem sehr festen Papiere mit dem Wasserzeichen Nr. 32, welches einen Abstand der Drathstriche von 13¾ bis 14 Linien hat, es ist dasselbe Papier, welches Dürer auch zu den Abdrücken anderer größerer Blätter verwendet hat. Die zweite Ausgabe mit ganz lateinischem Texte und der Jahrszahl 1523 ist im Abdruck fast eben so schön als die vorhergehende, und hat auch dasselbe Papier. Die Signaturen auf den ersten sieben Blättern sind gleich der Ausgabe mit deutschem Text, auf dem letzten Blatt ist aber die Signatur ein kleines Lateinisches h. Man trifft übrigens auch Exemplare, bei denen Abzüge der ersten und zweiten Ausgabe zusammen gefügt sind, wie namentlich dasjenige in dem Königlichen Kupferstich-Cabinet zu Stuttgart.
Weniger scharf im Druck und überhaupt geringer ist eine dritte Ausgabe, ebenfalls mit deutschem Text und der Jahrszahl 1522, welche aber augenscheinlich später und, dem Papiere nach, erst nach Dürer’s Tode gedruckt wurde. Sie ist daran zu erkennen, daß auf dem achten Blatte die Jahrszahl in Arabischen Ziffern gedruckt ist 1522 statt auf der ersten Ausgabe M. D. xxjj — auch ist bei dem Privilegio ein Druckfehler, indem statt Maiestatis steht Waiestatis.
Das Papier ist weniger fest als bei den früheren Ausgaben und hat das herzförmige Wasserzeichen, Nr. 56, mit nur 12 Linien Entfernung der Drathstriche.