„He!“ sagte Yann, „wollen wir nicht heute abend eine kleine Entdeckungsreise unternehmen? Jetzt im Sommer sind sie alle ganz toll.“

Merci. Ich hatte keine Lust.

XXIV

Dann aber, ganz plötzlich — so ist der Mensch — hatte ich genug davon, mit einem unbeschriebenen Herzen einherzugehen, und ich beschloß mir wieder eine Vergangenheit anzuschaffen. Ich ging hinein ins Dorf und hielt Umschau unter den Töchtern des Landes.

Das Glück lächelte mir. Meine Augen fielen auf Yvonne, die Tochter Amoriks.

Ich machte Einkäufe bei Noel. Noels Bar und Laden mit all den von der Decke herabhängenden Talglichtern und Seilen sah wie eine Tropfsteinhöhle aus. Und doch war sie die geistige und gesellschaftliche Zentrale der Insel und das Leben war hier im vollen Schwung.

Der dicke Briefträger und Chef der Post saß an seinem kleinen Tischchen und sammelte Kräfte für den nächsten Posttag. Bei den Mehlsäcken stand der Großvater, ein ehemaliger Schiffskapitän, der sich die Hölzer auf den Planken krumm gestanden hatte, und döste vor sich hin wie ein im Nachdenken versunkener Maulesel. Das ganze Jahr stand er so und nie sprach er ein Wort. Einmal wagte ich es ihn anzureden. C’a marche, capitain? Er drehte langsam bei, sah mich erstaunt an, bewegte die Kinnlade und sagte:

Merci. Dann schwenkte er wieder und stand wie zuvor.

Der rote Noel hantierte hinter der Bar, schwitzend vor Eifer und Wohlbehagen. Zuweilen kommandierte er mit lauter, hallender Stimme: „Antoinette, Josephine, Maria!“, und die kleinen Mägde mit den weißen Hauben, die in dunklen Löchern und Winkeln wühlten, antworteten singend: jaa! und unterdrückten einen Fluch.

Noel setzte mir ein Konzert von Schnäpsen vor. Das tat er immer. Er führte alle großen Marken der Welt, und ich mit meinem europäischen Gaumen mußte sie prüfen.