Gaston Grouzen nahm einen Augenblick die bis zum Kopf abgebissene Gipspfeife aus dem Mund und stürzte den Schnaps hinab. Ah, da sah er mich!
Er umarmte mich und rieb sein stachliges Gesicht gegen meine Backen. Dann zeigte er, wie immer, auf eine Narbe unter dem linken Auge. „Im Krieg gegen die prussiens. Me California. You have match? — Welcome!“ Und weg war er, er hatte keine Zeit zu versäumen.
Ein Trupp Fischer kam herein, sie räusperten sich und spuckten. Aber dieses Räuspern und Spucken war eine Konversation, man mußte nur die Ohren aufmachen. Auch Yann kam und wir traktierten uns gegenseitig mit Schnäpsen aller Art.
Merkwürdig ist der Mensch! Als Yann nach seiner verwegenen Fahrt zum erstenmal an Land gekommen war, hatten wir ihm die Finger entzwei gedrückt: hoch Yann, Filou! Und Yann hatte die Achseln gezuckt: was war weiter dabei? Nun aber, da niemand mehr davon sprach, mußte Yann den ganzen Tag von seiner Heldentat reden und die Zeitungen aus der Tasche ziehen — und wir nahmen es ihm übel.
„Der Arbeiter ist doch ein gutes Boot,“ sagte der dicke Chef der Post; er war ein neidischer Hund.
Yann brüllte ihn zu Boden. „Cochon! Was versteht ein Briefmarkenlecker von Navigation? Ich sage ja nicht, daß es eine Heldentat war, aber es war nicht leicht, den alten Kahn so lange im Strom zu halten. He, halte dein hölzernes Maul! Zehn Kapitäne kannst du hinstellen, sie schaffen es nicht!“
Yann und der Chef waren Spinnenfeinde. Nur mit Ekel auf den Lippen sprachen sie voneinander. Und Yann peinigte den dicken Chef, so sehr er konnte. Wenn er gar nichts zu versäumen hatte und guter Laune war, so tat er etwas Unerhörtes: er klopfte an das kleine Fenster der Post. Das kam selten vor und war das schlimmste, was man dem Chef antun konnte. „Hallo!“
Der Chef schnarchte drinnen und Yann klopfte lauter. Der Chef fuhr auf: „Malheureux!“ und kam an das Guckfenster.
„Eine Marke für einen Sou!“
Dann ging Yann in eine Bar und nach einer halben Stunde klopfte er wieder.