„Krank? Haha! Du kennst meine Prinzipien, Freund.“

Der bleiche Fischer nickte und ging wieder.

„Sie würden mir das Fleisch von den Knochen fressen!“ rief Noel aus.

O, lala, ja so war er. Er zog den Fischern jeden Sou aus der Tasche, verkaufte ihnen schimmeliges Brot und gemeinen Fusel, platzte von all den fetten Speisen und guten Weinchen, hatte ein Haus und einen Harem kleiner rundlicher Mägde, die er der Reihe nach schwängerte, aber sobald es ans Kreditieren ging verstand der Inselkönig keinen Scherz. Und die Fischer fanden das ganz in Ordnung.

Alle hatten den bleichen Fischer schon vergessen, da rief Noel mit lauter Stimme: „Antoinette, Maria — man muß einen Laib Brot zu Breton tragen, jetzt gleich! Sage, Noel schickt es. Auch einen Topf Milch muß man hintragen!“ Und zu den Gästen in der Bar sagte er: „Man kann die Leute ja doch nicht verhungern lassen.“ Und er seufzte.

So war Noel. Er hatte ein gutes Herz, man darf ihm nicht unrecht tun.

In diesem Augenblick aber fielen meine Augen auf Yvonne, die Tochter Amoriks, des Wächters von Creach. Sie kam um Brot zu kaufen.

Yvonne war schön! Erinnerst du dich? Einmal im Frühling kam ein Mädchen an Sturmvilla vorbeigeklappert in ihren Holzschuhen, ihre Hammel wollte sie suchen, und ich küßte sie auf den braunen Nacken. Yvonne, daß ich dich so lange vergessen konnte!

Yvonne hatte ein braunes Gesicht und eine hohe glänzende Stirn. Wenn sie lächelte, erschienen Grübchen in ihren Wangen und dann glänzten auch die Wangen. Ihre Augen waren schwarz wie Pech. Das schönste aber war ihr Haar. Es war sorgfältig über der Stirn gescheitelt und schwarzglänzend wie das eines Rappen, aber doch seidenweich.

Noel zeigte ihr sein Wohlwollen. Er legte den Laib, den sie gewählt hatte, zurück und suchte ihr einen andern aus. „Nimm diesen, Yvonne, das ist der beste!“ Diese Auszeichnung genossen nur seine geachtetsten Kunden.