Ich ging ein paar Schritte, um meinen Schmerz zu vergehen, dann kehrte ich zurück. Ich setzte mich auf den Stein vor der Türe und sah Poupoul an. Der Wind fegte und jammerte hoch in der Luft. Das Meer wogte wie Feuer. Zwischen den mächtigen Schollen treibender schwarzer und glühender Schlacke züngelten die hellen Flammen empor. Das Meer brannte bis zum Grunde. Eine breite purpurne Lohe wälzte sich vom Horizont her übers Meer, der Himmel war bedeckt mit Qualm, rot vom Widerschein, und spiegelte gespenstisch die Feuersbrunst da unten wider. Auf dem brennenden Meere zog ein großer Ostasienfahrer und zerschmolz. Seine Verdecke zerrannen, die Maste und Rahen tropften herab und sein dicker Kamin wurde rings vom Feuer zerfressen. Eine dicke, pechschwarze Rauchwolke stieg aus ihm empor —

Ich saß und sah Poupoul an. Meine Augen wurden trocken in den Höhlen.

„Poupoul, mein Kamerad!“ sagte ich und kniete nieder und küßte ihn zwischen die Augen.

Da machte ich die Entdeckung, daß er eine dünne Schnur um den Hals hatte, und meine Hände wurden ganz schwach. Es war eine Schnur, wie man sie zum Fischen benützt, es war eine Schlinge —

Man hatte Poupoul ermordet!

Ich erhob mich und erbebte vor Schmerz und Wut.

„So seid ihr! Das seid ihr!“ schrie ich und schwang die Fäuste gegen das Dorf. Da erblaßte ich.

„Yann! Yann!“

Warum hast du mir das angetan, Yann! Weil Poupoul dich neulich verriet, du Wegelagerer? Deshalb? Yann, weshalb hast du nicht mir die Schlinge über den Kopf geworfen, ich hätte mich wehren können, aber dieser da —

Poupoul hatte ja wohl noch die Hand geleckt, die ihm die Schlinge um den Hals legte, hatte gebellt und gewedelt vor Vergnügen, weil jemand zu ihm herauskam, da er so allein dalag.