Sobald aber etwas in der Heide scharrte und kratzte, stellten sich die Haare auf meinen Poren in die Höhe. Drohende Stimmen waren im Wind und ich lauschte mit verhaltenem Atem. Plötzlich kam ein schreckliches weißes Gespenst auf mich zu galoppiert. Ich schwöre, daß ich mich in diesem Augenblicke aufblähte wie ein Stachelschwein und das weiße Gespenst mit den Blicken durchbohrte. Es war ein Stück Papier und schadete mir weiter nicht. Zuweilen pochte und hallte es unter mir. Die Schlucht roch wie ein alter Brunnen, faul und morsch, und es klatschte und schabte da drunten, als ob sich ein schwerer, nasser Körper hin und her schiebe. Ein kalter Hauch traf mich — da war er! Das war Poupon, der Mörder, er zog an meinen Füßen, bohrte den Finger durch das Loch meines rechten Schuhes und schnaufte. Dann ließ er sich wieder klatschend hinabgleiten.
Obgleich ich aus einer Sensation in die andere fiel und meine Haut Fischschuppen bekam, blieb ich ruhig sitzen. Ich würde mich auch vorerst nicht rühren, wenn Yann kam. Ich würde taubstumm sein, einen taubstummen Pfeifenraucher sollte er hier vorfinden, der über Poupons Schlucht in philosophische Betrachtungen versunken war. Yann sollte Gelegenheit haben seine Schuld, einzukassieren. Dann aber — nun dann kam die Reihe an mich!
Zuweilen zog ich meine kleine Flöte aus der Tasche und blies ein Lied oder einen Triller.
Yann? Hörst du nicht, Yann?
Einmal schlief ich sogar ein. Aber da wurde ich durch einen Kanonenschuß geweckt und erwachte. Meine Pfeife war hinunter gefallen. Nun, ich bin nicht der Mann, der nur eine Pfeife hat, ich habe Pfeifen in jeder Tasche. Also steckte ich eine andere Pfeife in Brand.
Yann?
Ich wartete stets vier, fünf Stunden. Ob es zu meiner Ehrenrettung genügt, weiß ich nicht. Mir genügte es.
Yann aber kam nicht.
XXXVI
„Lebe wohl, Kedril, Pilot Nummer Eins! Wo ist Jean Louis? Lebt alle, alle wohl!“