Yann sah mich erstaunt an. „Es ging ja kein Boot hinüber,“ antwortete er, „wie konntest du da reisen?“

Ich lachte laut auf. Ich lachte über mich. Also ganz grundlos waren mir die Haare zu Berg gestanden — Yann war es gar nicht in den Sinn gekommen mir einen Besuch abzustatten. Genug! Fort!

„Die letzten Tage waren die Hölle!“ fuhr Yann fort und seine blutunterlaufenen Augen sprühten und die Adern an seinem Hals schwollen an. „Dieses Frauenzimmer machte mich verrückt. Hörst du? Toll! Ich glaube, sie ist besessen und hat mich behext. Das glaube ich! Neulich, in der Nacht — da konnte ich es nicht tun. Du hast gepfiffen, du gingst so arglos dahin. Deshalb. Nun, du reist, es ist gut. Ich wußte nicht mehr, was ich tun sollte. Und wir sind ja doch Freunde, wie? Wenn sie auch bei dir war, was liegt daran? Lebe wohl, mon très cher ami.“

Yann streckte mir die Hand hin und seine Augen schimmerten feucht. Ich ergriff seine Hand und wir sahen einander lange in die Augen. Wir hatten uns gequält, recht und schlecht, wie Menschen es tun müssen, die einander näherkommen.

Dann griff Yann in die Tasche und zog die goldene Uhr mit dem Springdeckel heraus.

„Ein Glas mußt du dir einsetzen lassen,“ sagte er, „nimm doch! So nimm doch!“

Ich lächelte. Nein, niemals werde ich diese Menschen verstehen. Die Uhr aber nahm ich nicht.

„Ich will nichts besitzen, was mehr als zehn Franken wert ist, verstehst du, Yann?“ sagte ich. „Etwas anderes vielleicht?“

Yann suchte in den Taschen und gab mir sein feststehendes Messer.

„Ja, das kann ich brauchen, danke!“ Ich griff in meinen Rock und zog die kleine Flöte heraus. Ich gab sie Yann.