VIII
Alles traf so ein, wie ich es vorausgesehen hatte. An einem trüben Nachmittag trappelte es vor meiner Türe wie wenn ein junges Pferd vorbeigaloppierte, und als ich öffnete, sah ich ein Mädchen mit einer weißen Haube in der Heide stehen. Sie führte zwei schwarze Hammel am Strick. Ich sah bis hierher ihre Zähne, sie lachte. Der Wind flatterte in ihren Rücken, es schien, als werde sie zu mir hergeweht.
„Hier wohnst du?“ rief sie zu mir herüber und der Wind verwehte ihre Stimme, daß sie fadendünn und fern klang.
„Ja, hier, hast du es nicht gewußt? Wohin gehst du?“
Rosseherre drehte sich und lachte. „Ich bringe meine Hammel nach Hause.“
„Was sagst du?“
„Meine Hammel bringe ich nach Hause!“
Ich ging näher.
„Wie ist es dir ergangen seit Kedrils Hochzeit? Nichts Neues?“ Wir gingen Seite an Seite und kämpften uns gegen den Wind.
Rosseherre sah mich durch das Gitter ihrer wehenden gelben Haare an und lachte. „Yann hat mich vor Zorn geschüttelt. Weil ich mit dir tanzte.“