„Aber du brauchst sie ja nicht zu zeigen.“
„Was habe ich von Ringen, die niemand sieht?“
„Und Rosseherre —?“
Rosseherre lachte. Sie war ein Kind.
Ich aber fühlte, daß ich keine Macht über sie hatte. Durch nichts konnte ich Eindruck auf sie machen. Ich war wohl braun wie ein Fischer und meine Stimme war so rauh wie die eines Matrosen. Zuweilen sagte sie auch, daß ich wilde Augen habe. Ich hob den Stein, auf dem sie saß, ein wenig in die Höhe um ihr zu zeigen, daß ich Kraft hatte. Ich warf mich in die Brust und sagte, daß es mir Vergnügen machen würde, mit einem Schock Teufel um eines ihrer blonden Haare zu kämpfen. Nichts half.
Rosseherre, was soll ich tun, soll ich Feuer speien und Felsblöcke ins Meer schleudern wie der selige Polyphem? Hehe, Rosseherre, oder soll ich dir zeigen, daß ich stärker bin als du —
XI
Es wehte, wirre Stimmen und hohles Geschrei waren in der Luft. Das Meer warf sich unruhig hin und her und toste. Die Gischtsäulen stiegen senkrecht an den Klippen empor und der Wind schleuderte sie zischend gegen das Gestein.
Ich sah Rosseherre über die Heide kommen, aber plötzlich verschwand sie und erst nach einer Weile entdeckte ich ihre weiße Haube draußen zwischen den Klippen.
Sie saß untätig auf einem Stein und starrte ins Meer hinaus.