Ja, nun sah ich es. Ein winziges Segel zuckte da drunten in der Tiefe zwischen den Schaumkappen.
„Nun?“
„Sie sind verloren. Sie können nicht hinaus aufs Meer und nicht hinein in die Bucht, sie würden in die Felsen geschleudert werden.“ Herr Boucher nahm den Stahlbügel mit dem Hörer über den Kopf und setzte sich vor den Apparat. „Ich habe eben ein Gespräch belauscht zwischen einem Dampfer und Lizard. Ich glaube ein Schiff ist gescheitert. Lesen Sie hier. Nein, nun höre ich nichts mehr.“
Es war eine Depesche des Cunardliners Celtic an Lizard. Die Celtic telegraphierte, daß sie den Kohlendampfer „Fullspeed“ fünfzehn Meilen südlich Scilly-Islands passiert habe, ohne Maste und Kamin, Maschine in Ordnung.
„Ja, nun gehe ich wieder. Vielen Dank, Herr Boucher.“
Ich mußte hinunter! Es ist mir heute noch rätselhaft, wie wir, Poupoul und ich, den steilen Pfad zur Bucht hinuntergekommen sind, aber wir kamen hinunter, das ist eine Tatsache.
Ein Häufchen Fischer kauerte in den Felsennischen. Der Schuppen, in dem sich das Rettungsboot befand, stand offen. Sie konnten natürlich nicht hinaus zu dem kleinen zuckenden Segel. Es war sogar unmöglich das Boot ins Wasser zu bringen. Sie standen mit den Händen in den Hosentaschen schwiegen und starrten mit zusammengekniffenen Augen hinaus. Die Gischtfahnen gingen haushoch über sie dahin.
Vor der Türe des Schuppens saß ein Weib mit zwei Kindern und alle drei verfolgten regungslos das kleine Segel, das im Kreise zuckte. Das Weib hatte harte Augen und lächelte kalt und verächtlich.
„Sie ist die Frau des Patrons da draußen,“ sagte mir ein Fischer. „Es sind drei Mann an Bord. Sie sind schon vierundzwanzig Stunden auf dem Meer. Sie haben nur einen Laib Brot und eine Flasche Schnaps mit. Lange können sie es nicht mehr aushalten. Sie sind hin!“
Als ich nach Hause kam, war Sturmvilla wie mit einem Aussatz bedeckt. Schaumballen schwirrten durch die Luft. Die Wut der Brandung zerrieb das Wasser zwischen den Felsen zu schmutzigem Schaum und der Wind trug ganze Blöcke Schaum davon. Vor meiner Türe lag er fußhoch und die Heide war weithin damit bedeckt.