„Ja!“

Poupoul nieste und Rosseherre erschrak, daß sie aufschrie.

„Aber, Rosseherre?“ sagte ich lächelnd. „Was ist mit dir heute?“

Sie sah mich an. Ihre Augen flackerten im Feuerschein wie die Augen eines Tieres, das voller Angst ist. „Ich weiß es nicht,“ sagte sie und blickte zu Boden, „aber ich habe Angst. All die Tage lang hatte ich schreckliche Angst. So vieles geht mir durch den Kopf und ängstigt mich. Ich denke daran, daß Yann im Meer sterben wird und auch ich, ich auch.“

„Nein, Rosseherre.“

„Vater sagte es mir,“ erwiderte Rosseherre mit einem kleinen verträumten Lächeln. „Schon lange. O, ich weiß, was ich weiß! Es ist auch nicht das schlimmste. Denn dann kann ich vielleicht mit Vater und Bruder da drunten sein, wo du sie einmal gesehen hast.“

„Rosseherre, das war doch ein einfältiger Traum. Ich hatte so viel getrunken auf Kedrils Hochzeit.“

„Ja, ja.“ Rosseherre lächelte ungläubig und blickte vor sich hin. Dann lachte sie leise. „Nein, das eine ist gut, Jean Louis kann das Meer nichts tun. Großvater ist gefeit.“ Sie schüttelte die Haare vor Freude. Ihre Wangen waren heiß und ihre Augen glänzten. Sonderbar war sie heute.

Nun roch auch ich den Nebel. Er roch wie Jod. Da begann Creach zu brüllen, fern und dumpf, und ich sah ihn vor mir, eingepackt in undurchdringliche Nebelballen.

Rosseherre erbebte. Sie zog die Brauen in die Höhe und lauschte angestrengt auf das Brüllen des Nebelhorns, das übers Meer rollte und in einem fernen Grollen unterging.