„Nein, niemals!“

„So erklären Sie mir doch, meine Liebste —?“

„Sprechen wir nicht mehr davon.“

„Aber, ich bitte Sie, Ruth, wollen Sie mir nicht —?“

Doppelt so groß wie gewöhnlich waren Doras blaue Augen vor Erstaunen.

Das nächstemal war der General vorsichtiger. Er erkundigte sich erst, ob seine Tochter ausgegangen sei, und klopfte zur doppelten Vorsicht vorher an. Zu peinlich war es ihm neulich gewesen — Dora saß da, Ruth, nicht einmal angeklopft hatte er — was mochten sie denken von ihm?

Er hatte jahrelang Ruths Zimmer nicht betreten. Jahrelang hatte er sich überhaupt nicht im geringsten um Ruth gekümmert, ihr jegliche Freiheit gelassen, seinen Grundsätzen gemäß — nun aber schien es ihm an der Zeit zu sein . . .

Nicht ohne eine gewisse Scheu trat er ein.

Sofort aber waren diese beiden Augen auf ihn gerichtet, obwohl er den Blick abgewendet hatte, denn er wußte genau, wo das Bild hing. Diese Augen leuchteten ihm entgegen, und der General fühlte ihren schimmernden Blick durch die Lider hindurch, ja selbst durch den Kopf, wenn er das Gesicht abwandte. Er räusperte sich und murmelte etwas vor sich hin, um sein Gleichgewicht wieder zu finden.

Rügend schüttelte er den Kopf: Welche Unordnung!