Wiederum fühlte er den Blick der leuchtenden Augen so stark, daß die Hand matt wurde, die das Buch hielt. Deutlich, ganz deutlich hörte er eine Stimme in seinem Kopf, die irgendwo geschlafen hatte. Er verstand nicht die Worte, die diese Stimme aussprach, aber er hörte ihren Klang, ganz deutlich, und es war doch schon viele Jahre her, daß er diese Stimme zum letzten Male gehört hatte.
Diese Stimme wurde lauter und lauter und nahm einen immer heitereren Klang an. Deutlich hörte er, wie diese Stimme in seinem Kopfe oder irgendwo — sie schien irgendwo verborgen zu sein! — zu lachen anfing, ein Lachen, heiter, spöttisch. Der General legte das Buch zurück.
Traurigkeit stieg plötzlich in seinem Herzen auf.
„Was will ich eigentlich hier?“ sagte er. Nachdenklich verließ er das Zimmer, während die Augen des Bildes ihm bis zur Schwelle folgten —
Und Marx? Weshalb nicht Marx? Aber es war eigentümlich, dieser Name klang in ihm weiter.
Als er wieder über den Korridor schritt, hatte er die Empfindung, aus einer fremden Welt und andern Zeit gekommen zu sein. Niki zwitscherte fröhlich sein Lied, und alle Dinge betonten plötzlich ihre Wirklichkeit und Vertrautheit.
Übrigens war es auch frostig in Ruths Zimmer gewesen.
13
In der kahlen, verwahrlosten Fabriciusstraße erscheint — ist es möglich, an einem Wochentage, in diesen Zeiten — ein Zylinder! Der Zylinder kommt näher, immer näher, er verschwindet im „Löwen von Antwerpen“.
Der bucklige Wirt blinzelt mit den düsteren Eulenaugen und bringt die Flasche Roten und das Schachbrett.