Der General ist in den rechten Ärmel geschlüpft und gerade dabei, den linken Ärmel zu suchen. Rascher Sprung des Adjutanten.

„Herr General gestatten doch?“

Und nun gestattet der General. Der Adjutant streicht den Mantel zurecht. Und der General dankt mit einem Blick, gerade so lange, als seine hohe Stellung es zuläßt.

Wenn der General in die Handschuhe schlüpft, so erteilt er gewöhnlich noch kleine Aufträge, wie sie ihm gerade in den Kopf kommen.

„Es treibt sich hier eine Ordonnanz herum, ein kleiner Bursche mit einer Narbe zwischen den Augen. Ich lege keinen Wert auf ihn.“ Schon schwoll die Stimme des Generals wieder drohend an.

Weißbach erbleichte. Eine unzuverlässige Ordonnanz, das ging ihn an! Augenblicklich wollte er nachforschen —

Behutsam schloß der Hauptmann die gepolsterte Flügeltüre hinter dem hohen Chef — bis auf einen schmalen Spalt. Dann stand er noch eine Weile, leicht gebeugt, bereit zum Sprung, und lauschte, denn es war möglich, daß dem General draußen auf dem Korridor plötzlich noch ein Auftrag in den Sinn kam. Der Schritt seines Herrn hallte über den Gang, ferner und ferner. Nun erst schloß der Hauptmann mit einer leichten Verbeugung die Türe vollständig.

„Donnerwetter!“ flüsterte er aufatmend. Und was diese Ordonnanz mit der Narbe zwischen den Augen betraf, so wollte er sofort die Angelegenheit in Ordnung bringen. Hinaus mit diesem Burschen!

Vierundzwanzig Stunden später war der Schneider Hanuschke schon wieder beim Regiment und achtundvierzig Stunden später schon wieder auf der Fahrt zur Front. Er hatte Pech, es ging gerade ein Transport hinaus. Von einem Kommando zurück zum Regiment geschickt zu werden — etwas Schlimmeres konnte wahrhaftig nicht passieren.

Selbst in der leise murmelnden Dämmerung von Stifters Diele fand der General sein seelisches Gleichgewicht nicht völlig zurück.