Er verhüllte vor Scham sein Gesicht.

Schreckliche Jahre, schreckliche Tage — ein Tag fürchterlicher als der andere!

Und kein Ausweg! Nein!

Weiter rollt die Lawine, in Bewegung gesetzt von Gehirnen, die längst in der Erde modern. Weiter rollt sie, zerschmettert Länder, Städte, Generationen.

Europa war ein eiterndes Geschwür, das die Erde vergiftete. Oft schien es Ackermann, als habe Gott sein Antlitz abgewandt: das einzige, was euch gebührt, vollzieht es: schlachtet euch gegenseitig. Haubitzen, Mörser, Gase, Fliegerbomben — geht unter — rasch, rasch, verschwindet . . .

Da begann — unerwartet — aus dem Osten ein Licht zu strahlen . . .

Seit den Somme-Schlachten war Ackermann nicht mehr für den Felddienst geeignet. Er hinkte und litt an Ohnmachtsanfällen. Er wurde in ein Gefangenenlager zur Bewachung von Menschen kommandiert. Hier schloß er Freundschaften mit Gefangenen, er versuchte seine Kameraden aufzuklären. Er wurde wegen „pazifistischer Umtriebe“ angeklagt und entging mit knapper Not dem Gefängnis. Und zwar nur aus dem Grunde, weil die Gefängnisse zu dieser Zeit schon überfüllt waren. Man schob ihn kurzerhand zum Regiment ab, und das Regiment kommandierte ihn nach Berlin, wo man Schreiber und Ordonnanzen zu Tausenden in den unzähligen Kriegsämtern brauchte.

Hier traf er in einer Speiseanstalt — — Ruth!

Wie? Wer war es? Wo hatte er sie schon gesehen? Wann?

Da erinnerte er sich: es war in einem Lazarett in Cambrai. Man hatte ihn abends dahin gebracht, und in der Nacht erwachte er — zu seinem großen Erstaunen — in einem Krankensaal. Er hatte an diesem Tage den Tod gesucht — besser getötet zu werden als zu töten. Da hatte ihn eine Handgranate zu Boden geworfen.