Plötzlich aber blitzten in seinen Gläsern Ordensauszeichnungen, Stickereien, das Rot des Generalstabes funkelte. Er prallte zurück.

„Herr General“, sagte er, sich verbeugend, und balancierte den Teller geschickt auf der Hand.

Der General machte eine kühle Bewegung mit dem Kopfe und knarrte irgend etwas in der Kehle. Nichts haßte er mehr als Aufdringlichkeit.

„Geheimer Rat Westphal. Ich hatte bereits die Ehre, Herr General.“

Eine kleine Pause der Verlegenheit entstand, die immer eintrat, wenn Vertreter der hohen Generalität und Angehörige des Auswärtigen Amtes sich begegneten.

Der General hatte einen unüberwindlichen Argwohn allen Beamten des Auswärtigen Amts gegenüber, und der Geheime Rat seinerseits gebrauchte allen Militärs gegenüber — äußerste Vorsicht! Er hatte Angst vor ihnen, er fürchtete sie, offengestanden.

„Ich bin allerdings etwas mager geworden“, sagte der Geheime Rat mit nachsichtigem Lächeln und schob den Finger zwischen Kragen und Hals. „Ich trug vor dem Kriege Kragen 42, aber nun könnte ich 38 tragen.“

„Es geht uns allen nicht besser“, antwortete der General. „Wie beurteilen Sie diese Sache?“ Und der General langte nach einem Lachsbrötchen.

Der Geheime Rat griff nervös nach dem dünnen Chinesenbart.

„Ich bin,“ begann er, „ich bin hoffnungsvoll. Es ist natürlich schwer zu sagen, aber ich halte die Lage, jetzt in Anbetracht der militärischen Situation für, ich möchte sagen, ganz vorzüglich, obgleich zu bedenken ist — England —“