„Wie, bitte?“ Der General beugte sein knorpeliges, rotes Ohr mit den kleinen Haarpinseln zu dem Chinesenbart herab.

Der Geheime Rat knackte verwirrt mit den Fingern und wich etwas zurück. „Ich spreche natürlich nur meine Private Ansicht aus. Ich kenne keineswegs — ich weiß keineswegs, wie der Minister die Situation beurteilt. Ich habe den Minister seit einem Jahre nicht gesprochen.“

„Sie sprechen von der politischen Lage?“

„Ich meinte, Herrn General so verstanden zu haben.“

„Ich meinte nur, wie Sie diese Sache heute abend finden.“

„Oh — Verzeihung! Ich finde, es ist wie ein Delikatessenladen vor dem Kriege, genau so, eine Art, möchte man sagen, Schlaraffenland, ha ha ha!“

„Après nous le déluge!“ sagte in diesem Augenblick ein heftig schwitzender Beduine zu einer zierlichen Schleierfee.

Rügend wandte sich das Auge des Generals auf den Beduinen. Gerade dieser Geist war es, der am Mark des Volkes zehrte. Mit einer Art von Bewunderung mußte er in diesem Moment an den französischen Ministerpräsidenten denken, der all diese Schwätzer und Kleinmütigen ohne viel Umstände — an die Wand stellte!

Wo aber war hier, hier in Deutschland das hypnotische Auge, das diese Hypnose des Schreckens, die unter allen Umständen nötig war, auf das Volk ausübte? Wo hier —?

In diesem Moment verbeugte sich ein Befrackter vor dem General, als wolle er ihn zum Tanz engagieren. Es war indessen nur Petersen, der meldete, daß Seine Exzellenz gekommen waren.