Erregt suchte der Gegner die Dönhoffsche Batterie zu packen. Ringsum flammten die Einschläge.

„Sie haben Kammerer eine ordentliche Totenfackel angezündet“, sagte er, und seine Stimme war von einem grausamen Triumph erfüllt.

Die Schatten der Offiziere drehten sich gegen Süden. „Ein Depot brennt“, sagte eine Stimme. Unruhig wieherte ein Pferd.

„Kameraden“, schrie plötzlich Dönhoff mit übermäßig lauter und scharfer Stimme. Er wollte möglichst rasch über die Szene hinwegkommen, er wollte seinen Schmerz über den Verlust Kammerers verbergen, mit dem er drei Jahre zusammengelebt hatte.

„Kameraden, Kammerer verläßt uns. Er war ein tüchtiger und prachtvoller Junge. Fahre los! Lebe wohl, Kammerer!“

Dönhoff legte die Hand an die Mütze, und die Offiziere taten das gleiche. Die kleine Laterne kroch über die Räder empor neben den Kutschersitz und beleuchtete den langen, gelben Sarg.

In dieser Sekunde aber —

In diesem Augenblick begann es in der Luft zu sausen, ein hohles, saugendes Rauschen war plötzlich nahe, und im nächsten Augenblick schlug eine blendende Lohe bis zum schwarzen Himmel empor. Dönhoff stürzte, den Arm vor die Augen geschlagen, rückwärts in den Keller hinab. Er hörte den Knall der Explosion nicht mehr.

Verschwunden war der Wagen, der Kutscher, die Pferde und der Sarg. Verschwunden waren die Offiziere, nichts blieb als der kräuselnde, stinkende Qualm über dem Schutthaufen, den die schwere Granate hinterließ. Aber die Haubitzen feuerten noch.

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