Der kleine Rittmeister öffnete etwas die Tapetentür, die von der Empore auf die Diele hinausführte. Es war heiß hier oben auf der Empore. Unbegreiflich, daß der General es auszuhalten vermochte. Er mußte Gletscherwasser in den Adern haben. Der kleine Rittmeister — ja, wie hieß er doch gleich? — er gehörte einer der ersten Adelsfamilien des Landes an, hatte die ganze Erde bereist, zurzeit in hervorragender Stellung, mit den höchsten Auszeichnungen und einer blendenden Karriere vor sich — an all das erinnerte sich der General ganz genau, aber der Name, dieser bekannte Name fiel ihm nicht ein — der kleine Rittmeister wischte sich mit dem Taschentuch den Schweiß vom Gesicht. Er war als Beduine gekleidet, hatte jedoch die Kopfbedeckung in den Nacken zurückgeschlagen. Schon wieder brach ihm der Schweiß aus allen Poren.

„Ich wollte mir nur die Bemerkung erlauben“ — fuhr er fort — „es ist nicht zu leugnen, daß in der breiten Öffentlichkeit eine gewisse Beunruhigung Platz gegriffen hat. In der feierlichen Osterbotschaft wurde von Allerhöchster Stelle —“

„Bitte mich nicht mißverstehen zu wollen. Ich wage selbstverständlich nicht, diesen hochherzigen Gnadenakt Seiner Majestät — Sie belieben?“

„Ich bin ganz Ohr, Euer Exzellenz!“

„Ich selbst trete ja für eine Reform des Wahlrechts ein. Und zwar schlage ich ein gestaffeltes Wahlrecht vor. Bis zu dreißig Stimmen —“

„Dreißig Stimmen?“ fragte der schweißglänzende Beduine, bemüht, sein Erstaunen zu verbergen.

„Je nach Besitz, Fähigkeit, Verdienst, Rang, Titel, Bildung.“

„Jawohl.“

„Kinderzahl, Alter, Stand, Religion.“

„Jawohl, ich verstehe vollkommen. Zu begrüßen wäre es nur, wenn bald etwas geschähe. In unserer Zentrale laufen ja alle Berichte zusammen. Es bilden sich Gruppen von Unzufriedenen.“