Endlich betrat er das bengalisch rotglühende Musikzimmer, Ali Babas Opiumhöhle.
Hier saßen die Vermummten im Kreise auf dem Teppich und klatschten im Takt in die Hände, während sie geheimnisvoll summten und die Köpfe wiegten. In der Mitte des roten Nebels tanzte ein weizenblondes, schlankes Geschöpf, in flimmernde Silberschleier gehüllt, die Brüste völlig frei und die Hüfte zwischen Jäckchen und Pluderhosen gänzlich nackt. Sie tanzte eine Art Bauchtanz, rasend und hingerissen.
Und ah — da war auch Dora! Wieder trug sie ein anderes Kostüm: schwefelgelbe Seide, über die zinnoberrote, schreckliche chinesische Drachen wie Flammen züngelten.
Wo aber war dieser andere hingekommen — diese Mumie mit dem orangeroten Turban?
Weit und breit war von ihm nichts mehr zu sehen.
Unter tosendem Beifallsklatschen sank die weizenblonde Tänzerin, taumelnd vor Erschöpfung, mit einem wilden Schrei zu Boden.
8
Rastlos wanderte Dora durch die verlassenen Räume, rastlos hin und her. Zuweilen warf sie sich in einen Sessel — aber schon wieder wanderte sie. Ihr schwefelgelbes Kostüm mit den grellrotzüngelnden Drachen flatterte. Es war über die linke Schulter herabgeglitten. Die blonde Haarfülle, die schmerzte, hatte sie halb gelöst.
Die Fata Morgana war zerflossen — Sand, Sand, Wüste. Durch die Vorhänge graute trüb der Tag.
Zertretene Blumen, abgerissene Schleier, halbgeleerte Gläser, Scherben. Scherben von Worten, Gelächter, Scherben von Musik. Ein paar vereinzelte Lampen brannten noch. Petersen hatte seinen Frack abgelegt und kletterte in seinem Zebrakittel auf eine Leiter, um ein Fenster zu öffnen. Es zog. Zuletzt erschienen die beiden Neger unter der Türe, in Ulstern, Stehkragen, und verneigten sich.