Und vielleicht gerade in jenem Augenblick . . . Sie schauerte zusammen.

Wie betäubt hüllte sie sich in das Laken, den leeren Blick zu Boden gerichtet. Vielleicht war er schon tot —

Ihre glänzenden Augen, von dem seltenen intensiven Blau, füllten sich langsam mit Tränen.

Aber trotz allem haßte sie ihn, auch jetzt! Sie konnte es ihm nie verzeihen, daß er sie schon am ersten Tage betrogen hatte, alles andere. Immerhin, ein Mann, der ihr einmal nahestand. Der einzige Mann, der nie sentimental war und nie eifersüchtig wurde. Der einzige, der nicht flehte und nach ihr bettelte. Nein, bei Gott, das tat er nicht. Der spöttische Blick seiner kalten, scharfen Augen stand vor ihr.

Hoffentlich litt er nicht, nein, nein, was auch geschehen war, diesen Gedanken konnte sie nicht ertragen. Trotzdem sie ihn gerade in diesem Augenblick bitter haßte — leiden sollte er nicht! Und doch, ein abscheuliches, verruchtes Gefühl triumphierte in ihr, ganz wider ihren Willen: also auch dich hat es gepackt! Auch dich hat die Granate zerrissen!

Ja, diesen furchtbaren Gedanken dachte Dora.

Sie stieß das Fenster auf: ein Morgen von ungeahnter Herrlichkeit strahlte.

Dann klingelte sie eilig der Zofe.

3

„Und nun los, Heinz!“