Ja, teuflisch!
Wo er ging und fuhr, sollte er ihn sehen — immer, zu jeder Stunde des Tages sollte er erinnert werden — daran!
Als er aber wieder niesen mußte, zerflatterte die dichte schmutzige Nebelwolke, und — wer hätte das gedacht? — er erblickte einen kleinen üppigen Garten in praller Sonne! Er selbst ging in diesem Garten spazieren, in einem weißen Kittel, die goldene Uhrkette auf der Weste, einen breiten sonnenverbrannten Panama auf dem Kopfe. So deutlich! Es roch nach Kaffee, es war Sonntag, er roch sogar die Frische des Stärkhemdes, das er trug. Bald würde Muttchen — dasselbe Muttchen, das später, viel später, wer hätte es ahnen können —? — bald würde Muttchen kommen mit dem Kaffeekuchen, die Fingerspitzen etwas fett, die Lippen etwas glänzend von Fett . . .
In diesem Augenblick stieß Herr Herbst mit jemand zusammen, der unwillig „Achtung!“ rief. Der Garten verschwand, und der Nebel brodelte wieder. Der Zusammenstoß war so heftig, daß ihm der steife Hut über die Ohren getrieben wurde und er ins Taumeln geriet. Aber dieses ärgerliche schroffe „Achtung!“ — diese trockene Stimme, wie?
Scheu wandte er sich um: sofort fiel ihm das grüne Plüschhütchen auf und der enge, zugeknöpfte Überzieher! Im gelben Dunst einer Laterne stand der schmächtige junge Mann im Gespräch mit zwei Männern mit Knotenstöcken. Das Plüschhütchen wackelte hin und her, die dünnen Arme gestikulierten aufgeregt — aber da verschwanden sie schon aus dem Lichtschein der Laterne, der Nebel verschlang sie.
Herbsts Herz pochte.
Also schon waren sie bis hierher gekommen, bis hierher?
Er zitterte und duckte sich zusammen.
Düster lag das graue Haus, umbrodelt vom Nebel, und wie in jeder Nacht war nur das eine gleiche Fenster erleuchtet.
Leise wie immer stahl sich Herr Herbst in sein Zimmer.