Da erscholl über dem schweigenden, schwarzen Wasser ein fürchterliches Gelächter — ein unheimliches Lachen, das Lachen des Wahnwitzes — Klara erschauerte. Sie befand sich hinter dem alten Schloß, und es schien ihr, als käme das Gelächter aus der finstern Burg. Ein Eishauch ging von dem stillen, toten Schloß aus. Es schien verlassen, bewohnt einzig von einem Gespenst, das diese fürchterliche Kälte aushauchte. Starrte es nicht durch die schwarzen Fenster auf sie? Und da — seine eisige Hand griff durch die Mauern und berührte ihr Herz.

Klara entfloh. Das wahnwitzige Gelächter scholl hinter ihr her.

Endlich Licht. Ein Kino. Eine dicke Zeitungsfrau rannte an den grellen Plakaten vorüber und krächzte heiser und ununterbrochen: „Zwanzigtausend Gefangene — die Schlacht geht weiter —“

2

Nebel.

Sonderbar, den ganzen Tag über Regen, gegen Abend etwas Sonne und ein feuchter Wind und nun, in der Nacht, Nebel.

Herr Herbst bog um die Ecke und nieste. Er war erkältet. In dieser Straße stand der Nebel noch dichter. Ein unheimlicher Riese kam ihm entgegengestampft, in einige Lagen von Pelzen eingehüllt, eine hohe Pelzmütze auf dem dicken Schädel, aber er schrumpfte mehr und mehr zusammen, und schließlich ging nur ein kleiner harmloser Mann an ihm vorüber. Ein qualmendes Feuer mitten in der Straße und tanzende Kannibalen um das Feuer: keine Angst, es sind Straßenbahnarbeiter, die das Geleise ausbessern.

Wie ein lehmiges Meer wälzte sich der Nebel dahin und schob Geröll vor sich her — Häuser, Straßen, Häuserviertel, Stadtviertel, Vorstädte, immer weiter, bis hinaus zum flachen Land, wo es nichts gibt als Kartoffeläcker und Telegraphenstangen.

Auch ihn schob das lehmige Meer willenlos vor sich her, ganz wie die Häuser und Stadtviertel mit all ihren Bewohnern. Seine Nase tropfte, er ging rasch, die Knie etwas eingeknickt, die Arme herabhängend. Müde war er, todmüde. Den ganzen Tag war er unterwegs.

Er hatte einen neuen Plan ausgedacht — teuflisch!