„Unantastbar ist die Würde des Menschen!“
„Heilig sein Gedanke, heilig sein Leib!“
„Liebet einander!“
Die Orgeltöne verbrausten in der Ferne.
5
Und der Nebel brodelte über den Dächern der Stadt.
Immer noch ertönte gedämpft der Phonograph in Ströbels Bibliothek. Aber Hedi tanzte nicht mehr. Sie saß am Spieltisch und setzte eifrig. Rote Flecken fieberten auf ihren Wangen, ihre Augen sprühten. Sie gewann. Zuweilen liebkoste Ströbel sie mit einem Blick, sie liebte ihn in diesem Augenblick. Weißbach, der nach ihren Blicken tastete, hatte sie ganz vergessen.
Ottos Mädchen war eingeschlafen. Zwei Tränen glänzten wie Tau unter ihren langen hellen Wimpern. Otto saß beim letzten Glas Wein und rauchte voller Behagen eine Zigarre. Er brauchte keinen Schlaf, obgleich er von früh bis abends im Bureau arbeitete.
Immer noch ging Ruth ruhelos auf und ab, den Blick voller Qual. Sie schwankte, so müde war sie, aber sie konnte sich nicht entschließen, zu Bett zu gehen.
Der General aber schlief. Er schnarchte und murmelte zuweilen unverständliche Worte im Traum. Wangel und Jakob packten in aller Eile die Koffer, und er gab ihnen Befehle. Soeben hatte ihn das Telegramm erreicht, in vierzig Minuten ging der Zug zur Front . . .