Der Tiergarten fröstelte. Unerträglich heiß war es am Tage gewesen, und nun war es plötzlich kühl geworden. Irgendwo in der Nähe von Berlin mußten schwere Gewitter niedergegangen sein, aber man hatte nur zuweilen das tiefe Donnerknurren gehört.

Vor der roten Backsteinvilla in der Lessingallee, mit Efeu überwuchert, hielt eine Droschke.

Händeklatschen. „Petersen! Petersen!“ Eine helle Stimme.

Schon öffnete sich die Türe, und Petersen in seinem Zebrakittel eilte auf die Straße.

Ein Offizier stand bei der Droschke, mit einer schwarzen Brille, eine kleine Reisetasche in der Hand.

„Nun, Petersen, alter Knabe, Sie kennen mich wohl nicht mehr?“ Eine hohe, fremde Stimme.

„Herr Hauptmann?“ rief Petersen erstaunt und erschrocken aus. Was tat er hier, was wollte er hier? Schon vor dem Kriege hatte er ja nicht mehr hier gewohnt.

„Welche Überraschung, Herr Hauptmann!“

„Ja ja, Petersen — so geht es — wenn man sich lange nicht sieht. Meine Frau —?“

„Im Bade, Herr Hauptmann. Kommt morgen!“