„So? Nun, ich werde nicht stören. Nur ein paar Tage, bis ich eine Wohnung gefunden habe. Na, und es geht immer gut, alter Petersen?“

„Danke, Herr Hauptmann, sehr gut, danke!“

Petersen nahm die Reisetasche, und Hauptmann v. Dönhoff stolperte die Treppe hinauf.

„Ah, wie dunkel! Ihr habt wohl eine Kleinigkeit zu essen für mich? Den ganzen Tag im Zuge —“

Wie leer diese Stadt, wie ausgestorben! Hauptmann Dönhoff roch die Stille und Ausgestorbenheit. Berlin war tot, ohne Zweifel. Hier und da ein Schritt, ein zögernder, nachdenklicher, mutloser Schritt. Ja, mutlos gingen alle diese Schritte in den dunkeln Straßen dahin, mutlos und bestrebt, keinen Lärm zu machen.

Und früher, früher!

Auch dieses Haus, sein früheres Haus — totenstill. Welche Feste hatten sie hier gefeiert. Er hörte sein früheres Lachen! Zweihundert schöne Frauen hatte er besessen, siebzig Rennen gewonnen, zwei Elefanten und ein Nashorn geschossen, als einer der ersten war er in Deutschland geflogen, einer der Entdecker des deutschen Himmels — ja, es hatte sich manches geändert.

Aber den Geruch des Hauses erkannte er sofort wieder. Doras Parfüm und eine gewisse Schwüle.

„Hoppla, Petersen —“ Er stieß gegen ein Tischchen in der Garderobe. „Ich sehe etwas schlecht, bis man sich wieder eingewöhnt.“ Immer sprach er mit einer hohen, fremden Stimme, hastig, unsicher, wie ein Mensch, der sich schämt.

Petersen eilte in die Küche und machte Zeichen mit den Fingern vor der Stirn.