Diese ganze Offensive — glatter Wahnwitz! Unvermeidlich große Verluste, eine unsinnige Verlängerung der Front — keines der strategischen Ziele erreicht, der Angriff immer mehr nach Süden abgeglitten. Der Durchstoß zum Meer, die Abdrosselung der englischen Armee — alles mißglückt. Und was hatten sie, die Frage war wohl erlaubt, abermals an der Marne zu suchen gehabt? Eine Riesenausbuchtung der Front, gespeist von einer einzigen schwachen Bahnlinie. Wie? Weshalb? Unverständlich!

Aber selbst wenn diese verfehlte Offensive gelungen wäre, angenommen — was dann? Sie hatten ja nichts mehr in der Hand — nichts mehr, um den Erfolg auszuwerten. Die andern dagegen: Amerikas unerschöpfliches Reservoir an lebendem und totem Material, kaum angebrochen —

„Ja, schlagen, diese Gottähnlichen —!“

Würde man ihm heute ein Frontkommando anbieten — danke, danke ergebenst . . .

War er nicht immer dafür eingetreten, zurückzugehen auf befestigte Stellungen, zur Maas, zum Rhein, wenn es sein mußte, und den Feind anlaufen zu lassen? Millionen hätten sie noch opfern müssen! Jahrelang konnte man sich halten, und eine ungeheure Manövrierarmee war frei für politisch-militärische Aktionen in Italien, Mazedonien, der Türkei.

Plötzlich aber blieb der General verwundert stehen:

Licht? Bei Dora Licht?

In seine Gedanken versunken, war er bis zur roten Backsteinvilla gegangen, ohne jede Absicht.

Er sollte den heutigen Abend eigentlich bei Dora verbringen, aber sie hatte ihm gestern abgeschrieben, da sie aufs Land reisen wollte.

Erfreut, Dora zu Hause zu wissen, trat er ein. Seine Sorgen, die Gedanken, die ihn folterten, das Gefühl der Einsamkeit, das ihn marterte in letzter Zeit —