„Ewig verflucht soll ich sein —“

Ruth schlägt die Hände vors Gesicht und läuft in die Finsternis des Parkes hinein. —

Der Mond flog über den finstern Himmel, durch brodelnde Wolken hindurch. Aber schließlich kam er nicht mehr von der Stelle. Er blieb in einer pechschwarzen Wolke stecken, und endlich verschwand er vollkommen. Die Bäume des Tiergartens neigten die Wipfel — ein Windstoß pfiff über sie dahin.

In völliger Dunkelheit lag plötzlich die Stadt, schwarz und leblos, wie der Kadaver eines stachligen Riesentieres, das auf dem Marsch durch die Rübenfelder und Kartoffeläcker verendet war und faulte. So lag sie zwei, drei, fünf Minuten, dann aber verschwand sie in einer ungeheuren Staubwolke, die aus den Straßenschluchten emporschlug. Ein Gewirr von Blitzen griff nach ihr, umklammerte sie, um sie zu vernichten. Der Donner knatterte.

Plötzlich begannen die verspäteten Passanten erschrocken dahinzueilen! Nein, nicht das Wetter war es! Etwas ganz anderes —

Durch die dunkeln Straßenschluchten flatterte — in unheimlicher Eile — ein weiter, heller Soldatenmantel. Glänzende Hände, glänzend im Schein der Blitze, pochten donnernd an die Türen der Häuser: Auf, auf, ihr Schläfer, die Stunde ist gekommen! Die glänzenden Hände berührten die Schultern der Dahineilenden, daß sie erbleichten: Zögert nicht länger! An den schwarzen Scheiben der finstern Häuser fuhr ein glänzendes Antlitz vorbei: Schon sind sie unterwegs die Boten des neuen Reichs. Seid bereit!

Da trug der Wirbelwind den flatternden Soldatenmantel in die Höhe, und die glänzenden Hände, das glänzende Antlitz flogen mit rasender Schnelligkeit über die Dächer der Stadt dahin.

Was war es? Was für Dinge geschahen in dieser Stadt —?

Nun rauschte der Regen.

Die Schutzleute flüchteten, die Diebe und Einbrecher huschten in Torbogen — sonst war niemand mehr auf der Straße.