Aber nichts regte sich hinter dieser Türe, die zu den Zimmern Papas führte. Wahrscheinlich hatte er sein Kommen gar nicht wahrgenommen.

Der General — er war nicht weiter als bis zu eben dieser Türe gekommen. Sein Herz pochte so stark, daß er sich festhalten mußte. Keuchend und bebend stand er im dunkeln Zimmer, seine Beine zitterten.

Ein Schritt noch — und etwas ganz Furchtbares, etwas unsäglich Grauenhaftes würde geschehen . . .

Sein eigenes Blut hatte sich gegen ihn erhoben!

Die Türe öffnen — und schon, schon würde es geschehen, das Gräßliche — Vater gegen Sohn, Sohn gegen Vater — bis zur Vernichtung — das Grauen noch der Ururenkel, ewige Schändung des Namens, Schändung des Geschlechtes, Schändung der Schöpfung. Schon begann die Finsternis des Zimmers zu flammen.

„Wo sind meine Handschuhe, Jakob?“ rief Otto.

Dann pochte er an Ruths Türe, und der General hörte die beiden plaudern, ohne zu verstehen, was sie sagten.

Fünf Schritte waren zwischen ihnen, zwischen ihm und seinen Kindern, der Korridor. Aber dieser Korridor war ein Abgrund, unergründlich wie die Mysterien des Blutes.

„Dann gute Reise, Ruth!“ rief Otto und schloß Ruths Türe.

Ja, in der Tat, ein Abgrund, schauerlich und bodenlos wie das tausendfach unergründliche Schicksal selbst.