Man schrieb Briefe!
Schon von weitem, obschon schwere und düstere Gedanken ihn niederdrückten, sprang der weiße Umschlag in seine Augen. Auf dem Frühstückstisch lag dieser Brief. „An Papa!“
An Papa! Man schreibt Briefe!
Er hatte nicht den Mut, diesen Brief zu öffnen. Was sollte Ruth zu schreiben haben? Er ließ den Brief in die Tasche gleiten. Seine Wangen zuckten. Nun, es mochte recht gut sein, daß sie etwas mißverstanden hatte, seine Fürsorge falsch deutete — sie war jung und konnte nicht begreifen, daß ein Vater sich sorgte, daß er nur aus Liebe für sein Kind, nur aus Liebe, wohlgemerkt —
Plötzlich erhob sich der General.
Er war erbleicht.
„Therese?“
Etwas Unglaubliches war geschehen! Der General war in die hinteren Räumlichkeiten gekommen, die er nie zuvor betreten hatte.
„Meine Tochter ist verreist?“
„Ja. Ruth ist abgereist.“