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Nacht.

Riesengroß steht Ackermanns Geist über der dunkeln, schweigenden Stadt. Sein Leib sind die Sterne, sein Haupt sind die Sterne, seine Augen sind die Sterne. Seine Hände sind die Sterne. Schon kommt ein kaltes Gefunkel aus dem Osten.

Die Riesenstadt schläft, bedeckt mit dünnen Nebelschleiern ihre Dächer und Türme.

„Auf, auf, der Tag ist gekommen!“ Die Stimme schallt und die schlafende Stadt erbebt. „Auf, auf, mein Volk! Die Sterne funkeln! Erhebe dich unter den Völkern der Erde und gehe voran auf dem Weg der Läuterung!“

Die Sterne erblassen. Aus dem Osten bläst kaltes Licht, die Nebel senken sich dicht auf Dächer und Türme. Lieblich säuselt der Morgenwind.

Und schon erheben sich die Schläfer! In Trupps, in Scharen. Der gleißende Lichtgürtel, der die Riesenstadt umspannt, erlischt. Schatten, geballt, beginnen zu wandern. In den dunkeln Vorstädten erhellen sich die Fenster. Schritte schlürfen, sammeln sich, Schatten, geballt, beginnen zu wandern. Vom Süden, vom Norden, von überall her beginnen die Schatten, geballt zu wandern. Hunderttausende von Schritten sind unterwegs.

Die Morgenröte funkelt. Da beginnt die Schattenstadt zu glühen.

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Endlich — ja, Gott sei Dank! — trillerte die Marspfeife wieder und die graue Limousine fegt durch die kühle, sonnige Herbstluft dahin. Die Fußgänger entfliehen, rechtzeitig bringen sich die Straßenkehrer in Sicherheit. In einer wunderbaren Kurve, unübertrefflich, wirft Schwerdtfeger die Limousine um eine auf der Straße stehengebliebene Karre voll Straßenschmutz herum.